Montag, 13. Dezember 2004 13:40
„Es ist schwierig geworden, auch nur den ersten Schritt der naturalistischen Evolutionstheorie zu denken, aus dem die ersten reproduzierfähigen Organismen entstanden sein sollen.“

(kreuz.net, New York) Der bekannte britische Philosophieprofessor Antony Flew (81) wechselte die Fronten,
nachdem er ein halbes Jahrhundert für den Atheismus auf die Barrikaden gestiegen war. Letzten Donnerstag
strahlte ein amerikanischer Fernsehsender die Aufzeichnung einer Podiumsdiskussion vom vergangenen Mai
aus. An der Diskussion nahmen verschiedene Geistes- und Naturwissenschaftler teil, unter ihnen auch der
Philosoph Antony Flew. Flew erstaunte durch unerwartete Aussagen. Er glaube jetzt an die Existenz Gottes.
Der Philosoph bekannte, daß er zum Schluß gekommen sei, daß eine intelligente erste Ursache diese
Welt geschaffen haben müsse. Eine Über-Intelligenz sei die einzig vernünftige Erklärung, um die Herkunft
des Lebens und die Komplexität der Natur begreifen zu können.
Untersuchungen zur DNS zeigten, „daß
eine unglaubliche Komplexität der Gen-Ordnung nötig ist, um Leben zu schaffen. Dazu ist Intelligenz
notwendig.“ Der Philosoph fragte, ob die Wissenschaft damit nicht Gott bewiesen habe.
„Gott könnte eine
Person sein. Eine Person verstanden als Wesen mit Intelligenz und mit einer Absicht.“
In einem Leserbrief
in der Herbstausgabe des britischen Wissenschaftsmagazines „Philosophy Now“ schreibt Flew: „Es ist schwierig
geworden, auch nur den ersten Schritt der naturalistischen Evolutionstheorie zu denken, aus dem die ersten
reproduzierfähigen Organismen entstanden sein sollen.“
Der Philosoph erklärte sich neuerdings als Deisten.
Der Deismus anerkennt Gott als Weltenschöpfer, leugnet jedoch ein göttliches Eingreifen auf die Geschehnisse
im Universum. Der deistische Gott entspricht einem Uhrmacher, der ein Uhrwerk in Gang setzt und dieses
nachher nicht mehr berührt. Eine Offenbarung Gottes an den Menschen ist innerhalb dieses Systems nicht
denkbar.
Antony Flew ist der Sohn eines methodistischen Pastors. Er bezeichnete sich seit seinem 15.
Lebensjahr als Atheisten. Im Laufe seiner universitären Karriere lehrte der Professor an den renommierten
britischen Universitäten von Oxford, York, Aberdeen, Keele und als Gastreferent an zahlreichen US-amerikanischen
und kanadischen Fakultäten.