13:34:54 | Mittwoch, 22. März 2006
„Es ist unmöglich, sich einen ähnlich respektlosen Umgang mit dem Islam oder dem Judentum vorzustellen.“ Nun soll die Hetze ausgerechnet in Deutschland wiedergeboren werden.
(kreuz.net) Der umstrittene US-Musiksender ‘MTV’ will ab Anfang Mai die kirchenfeindliche Zeichentrickserie
‘Popetown’ – zu Deutsch: Papststadt – zur Hauptsendezeit in Deutschland ausstrahlen.
Die Kirchenhetze
‘Papststadt’ handelt vom alltäglichen Leben des in Soutane und Turnschuhe gekleideten Pater Nicolas und
versucht gezielt, die Kirche zu beleidigen und lächerlich zu machen.
Die Hauptfigur schlägt sich in
insgesamt zehn Folgen mit einer macht- und mediengierigen Meute im Vatikan, mit zwiespältigen Kardinälen
und den exzentrischen Gepflogenheiten eines infantilen Papstes (77) herum.
Der Heilige Vater wird als
ein Maniker dargestellt. Er hüpft auf einem Springstock durch den Vatikan, besitzt eine Schwäche für
Waffen und badet mit seinem vertrottelten Bürochef.
Die Zeichentrickserie wurde ursprünglich für den
‘Britischen Rundfunk’ produziert. Der ‘BBC’ fand die Serie „lustig, satirisch und bizarr“. Dennoch nahm
der Sender im September 2004 Abstand von einer Ausstrahlung.
Grund für die Zensur waren Proteste britischer
Kirchenvertreter.
Der Bischof von Motherwell in Schottland, Mons. Joseph Devine (68), sprach damals von
einem „unberechtigten Angriff“: „Es ist unmöglich, sich einen ähnlich respektlosen Umgang mit dem Islam
oder dem Judentum vorzustellen.“
Der Erzbischof von Birmingham, Mons. Vincent
Nichols (60), führte gegen den ‘BBC’ eine Protestaktion an. Zehntausende Katholiken unterzeichneten einen
Antrag gegen die Ausstrahlung der Serie.
Erzbischof Nichols erklärte nach der Verbannung des Hetzfilms,
über die Entscheidung „sehr glücklich“ zu sein.
Um die Produktionskosten von knapp 3,5 Millionen Euro
dennoch einfahren zu können, bot der ‘Britische Rundfunk’ die Serie ausländischen Fernsehsendern zum
Verkauf an.
Der umstrittene Film wurde aber nur ein einziges Mal gezeigt. Im Juni 2005 nahm der antikirchliche
neuseeländische Fernsehsender ‘Channel 4’ die Serie ins Programm. Darauf rief die Kirche zu Boykotten
auf und erwog eine Klage. Im ganzen Land demonstrierten die Katholiken.
Neben dem neuseeländischen Sender
hatte auch ein unbekannter italienischer Kabelsender mit dem Namen ‘Canal Jimmy Italy’ die Filmrechte
gekauft.
Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. im April letzten Jahres entschied sich der Sender aber,
‘Papststadt’ dem Mülleimer anzuvertrauen.