10:58:30 | Freitag, 7. April 2006
Der Distriktsobere der Petrusbruderschaft in Nordamerika sprach kürzlich über die Aussöhnung des Vatikan mit der Piusbruderschaft und über eine mögliche allgemeine Freigabe der Alten Messe.
(kreuz.net) Das Interview mit dem nordamerikanischen Distriktsoberen Pater George Gabet wurde am 23. März
in der katholischen US-Wochenzeitung ‘The Wanderer’ veröffentlicht.
Pater Gabet wurde 1997 im bayrischen
Wigratzbad – dem europäischen Seminar der Petrusbruderschaft – zum Priester geweiht.
Angesichts der
zahllosen Gerüchte um eine Versöhnung mit der Piusbruderschaft erklärte Pater Gabet: „Jene, die wirklich
etwas wissen, sagen nichts und jene die reden, wissen nichts.“
Rom müsse sich in Schweigen hüllen.
Denn wenn der Vatikan etwas Gutes vorbereitete, versuche der Teufel zweifellos, dagegen anzukämpfen.
Natürlich gebe es Gespräche und es befinde sich etwas im Busch. Er habe aber keine Ahnung, was dies
genau sein werde.
Die Petrusbruderschaft bete, daß es zu einer Versöhnung komme: „Das würde die traditionelle
Bewegung wesentlich größer machen.“ Davon würde sicherlich auch seine Bruderschaft profitieren, erklärte
Pater Gabet. Aber noch wichtiger sei, daß „unsere traditionellen Brüder“ in eine volle Gemeinschaft
mit Rom träten.
Zur allgemeinen Freigabe der Alten Messe bekundete Pater Gabet Bedenken. Es bestehe
die Gefahr, daß viele Priester die Alte Messe als Neuerung ansähen: „Das ist genau, was wir nicht wollen.“
Die Priester müßten zuerst wieder die lateinische Sprache beherrschen. Zudem müßten sie lernen, wie
man die Alte Messe zelebriert. Papst Johannes Paul II. habe zurecht vor einer Vermischung der beiden Riten
gewarnt: „Wir wollen keine Monsterkreuzung aus beiden Riten erschaffen.“
Pater Gabet bedauerte, daß
in den Priesterseminarien nur noch Schmalspurlatein unterrichtet werde. Es sei unmöglich, nach einem
einzigen Jahr Lateinunterricht Texte lesen und verstehen zu können.
Bei der Petrusbruderschaft würden
die Seminaristen ab der Diakonenweihe stückchenweise in der Meßzelebration unterwiesen. Es sei wichtig,
die Ehrfurcht vor dem Heiligen zu gewinnen. Das Opfer Christi dürfe nicht überhastet erlernt werden,
sonst werde es zum Monster.
Zur Frage der möglichen Errichtung
einer Apostolischen Administratur erklärte
Pater Gabet, daß es eine sehr delikate Situation ergeben würde: „Es wird nicht einfach sein.“
Man müsse
für die richtige Lösung gründlich überlegen und viel beten: „Aber wenn es Gottes Wille ist, wird es
geschehen.“