Mittwoch, 26. April 2006 08:06
Privates vom Papst + Ein Problem + Bischof entlassen + Der Leib Christi hat Aids + Nahe dran am Zusammenbruch
Privates vom PapstDeutschland. Benedikt XVI. vermisse am meisten die Spaziergänge in seinem alten Wohnviertel
Borgo Pio, den Urlaub mit seinem Bruder und seinen Vorgänger auf dem Stuhl Petri. Das erklärte der Münchner
Publizist Peter Seewald im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung ‘Oberösterreichische Rundschau’.
Der Papst stehe um sechs Uhr auf, lese die Messe in seiner Privatkapelle, frühstücke und begebe sich
dann in seine Arbeitsräume. Zur Frage, was der Heilige Vater private trage meinte Seewald: „Sicher keine
roten Pantoffeln oder die hermelinbesetzte Haube von Johannes XXIII.“
Ein ProblemVatikan. Der mexikanische
Kurienkardinal Javier Lozano Barragan
bestätigte gestern gegenüber ‘Radio Vatikan’, daß der päpstliche
Rat für die Krankenpastoral gegenwärtig an einer Handreichung für die Pastoral an Aidskranken arbeite.
Die Kirche betrachte die Enthaltsamkeit als das wichtigste „Verhütungsmittel“: „Wenn wir aber ein Paar
vor uns haben, in dem nur ein Partner HIV-positiv ist, beginnt das Problem. Wie ist hier unsere Position?
Genau dazu erarbeiten wir eine sehr grundlegenden Studie sowohl wissenschaftlich als auch fachlich und
moralisch.“
Bischof entlassenChina. Der chinesische Untergrundbischof Julius Jia Zhiguo wurde am 19.
April nach fünf Monaten aus der kommunistischen Haft entlassen. Dies berichtete die römische Nachrichtenagentur
‘AsiaNews’. Der romtreue Bischof steht immer noch unter ständiger Polizeiüberwachung. Während seiner
Haft dürfte man versucht haben, ihn zu einem Übertritt zur Patriotischen Kirche zu bewegen. Der 70jährige
Bischof verbrachte 20 Jahre seines Lebens im Gefängnis.
Der Leib Christi hat AidsSüdafrika. Der Hamburger
Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (64) besuchte kürzlich gemeinsam mit vier weiteren deutschen Bischöfen
eine Woche lang HIV-Kranke in Südafrika. „30 Prozent der Südafrikaner sind inzwischen mit dem Virus
infiziert“, berichtete Mons. Jaschke nach seiner Heimkehr vor der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’. Die
Krankheit habe ein solches Ausmaß erreicht, daß man als Theologe und Christ sagen müsse: „Der Leib
Christi hat Aids.“ Zur Frage der Verwendung von Kondomen beim ehelichen Akt erklärte der Weihbischof,
daß man sie „nicht generell verteufeln“ solle.
Nahe dran am ZusammenbruchDeutschland. Der brasilianische
Befreiungstheologe und Ex-Priester Leonardo Boff (67) übte in einem Interview mit der ‘Deutschen Welle’
vom gestrigen Dienstag scharfe Kritik an der
Hetzserie ‘Popetown’: „Ich denke, solche Phänomene zeigen,
wie weit der Verfall der westlichen Kultur bereits fortgeschritten ist“, sagte Boff. Die Gesellschaft
müsse Selbstkritik üben und sich fragen, wo die Grenzen seien. „Wenn diese Grenzen überschritten werden,
sind wir nah dran am Bruch des sozialen Zusammenhangs“. Im Zusammenhang mit dem Zeichentrickfilm hat die
CSU gestern gegen den Sender, der den Film in Deutschland ausstrahlen will, eine Strafanzeige wegen Religionsbeschimpfung
eingereicht.