Dienstag, 2. Mai 2006 09:30
Er will keine Reform der Reform
Der neue Sekretär der Kongregation für den Gottesdienst äußerte sich kürzlich zum sogenannten Volksaltar und zur Zelebrationsrichtung zum Tabernakel hin.
Links: Kurienerzbischof Malcolm Ranjith Rechts: Buchcover - "Conversi ad Dominum: Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung" von Pater Uwe Michael Lang
Links: Kurienerzbischof Malcolm Ranjith
Rechts: Buchcover – „Conversi ad Dominum: Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung“ von Pater Uwe Michael Lang
(kreuz.net, Rom) Der srilankesische Kurienerzbischof Malcolm Ranjith Patabendige Don präsentierte am Donnerstag in Rom die italienische Übersetzung des Buches ‘Zum Herrn hin: Zu Geschichte und Theologie der christlichen Gebetsrichtung’ von Pater Uwe Michael Lang.

Erzbischof Ranjith war im vergangenen Dezember von Papst Benedikt XVI. zum Sekretär der Gottesdienstkongregation ernannt worden. Er gilt als Freund der Alten Lateinischen Messe.

Pater Lang – ein deutscher Konvertit und Mitglied des Oratoriums in London – war bei der Präsentation der italienischen Übersetzung seines Buches anwesend. Das Vorwort zum 2003 erschienenen Werk steuerte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation bei.

Pater Lang kommt in seinem Werk zum Schluß, daß die kirchlich nie angeordnete Einführung von sogenannten Volksaltären auf einer historischen Falschinterpretation beruht.

Erzbischof Ranjith verneinte die Frage, ob Papst Benedikt XVI. eine Untersuchung bezüglich der Zelebrationsrichtung angeordnet habe. Es gebe nichts dergleichen: „Aber wir hören uns die Meinungen und Erfahrungen der Leute an, die sich für diese Fragen interessieren.“

Der Erzbischof unterstrich, daß die Katholiken Hilfe bräuchten, um die Bedeutung des Geheimnisses und der Transzendenz Gottes in der Liturgie wiederzuentdecken. Es seien sorgfältige Untersuchungen nötig: „Wenn dies mit Hast geschieht, sind keine hoffnungsvollen Ergebnisse zu erwarten.“

Die Katholiken müßten sich dem Studium und der Diskussion ruhig, respektvoll und in einer andächtigen Atmosphäre widmen. Sie dürften einander nicht als Traditionalisten oder Radikale etikettieren.

Der Erzbischof stimmte „nicht unbedingt“ mit jenen Leuten überein, die eine Reform der Liturgiereform fordern. Seiner Meinung nach beinhalte das Buch von Pater Lang einen berechtigten Ruf nach einer „Vervollkommnung der Reform“.

Pater Lang selber erklärte bei der Buchpräsentation, daß sich seine Studien auf die Geschichte und die Theologie der geosteten Zelebrationsrichtung konzentrierten.

Es gehe um die biblisch symbolische Richtung, von der der Herr wiederkommt und nicht um die Frage nach der Alten oder der Neuen Messe.

„Die Idee meines Buches ist zu zeigen, daß der Priester dem Volk nicht seinen Rücken zukehrt, sondern es im Gebet zum Herrn hin führt.“

Der Oratorianer möchte diesen Gedanken Schritt für Schritt – ohne eine großartige Revolution – wieder in die Liturgie einführen.

Er erklärte auch, daß es ihm dabei um jene Teile der Messe gehe, in denen der Priester zu Gott betet und nicht um jene, in denen er die Meßbesucher anspricht.
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