Samstag, 6. Mai 2006 11:42
Das Bistum Fulda hat nach heftigem öffentlichen Druck erklärt, daß die Kooperation mit einem berüchtigten Abtreibungsunternehmen ein „eklatanter Fehler“ war. Erleichterung in der katholischen Welt.

Links: Bistumswappen von Fulda
Rechts: Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda
(kreuz.net, Fulda) Das Bistum Fulda distanzierte sich gestern von seiner
Zusammenarbeit mit dem berüchtigten
Abtreibungsnetzwerk ‘Pro Familia’. Das berichtete die ‘Fuldaer Zeitung’ heute Samstag.
Der Anlaß für
die Distanzierung: Das ökumenische Programmheft des Bistums Fulda und der Protestanten von Kurhessen-Waldeck
für die vom 29. April bis 6. Mai in ganz Deutschland stattfindende ‘Woche für das Leben’ bewarb auch
mehrere Veranstaltungen von ‘Pro Familia’.
‘Pro Familia’ ist Gründungsmitglied und aktiver Mitarbeiter
im internationalen Abtreibungs-Netzwerk ‘Planned Parenthood’.
Pro Familia stehe für Abtreibung, anerkannte
das Bistum nach
gehörigem Druck aus den Medien: „Diesen eklatanten Fehler bedauern wir zutiefst. Wir
distanzieren uns ausdrücklich von den Veranstaltungen und der Organisation ‘Pro Familia’.“
Das Bistum
übt auch Selbstkritik: „Unsere Schuld daran ist ersichtlich. Wir tragen Mitverantwortung. Schließlich
haben wir das Programmheft mit unterschrieben.“
„Die ökumenische Woche dient dem Lebensschutz und dem
ungeborenen Leben. Dieses Anliegen hat Pro Familia nicht. Deshalb paßt Pro Familia nicht in das Bild.“
Der Einsatz des Bistums zum Schutz der ungeborenen Kinder sei unbestritten und werde in bewährter Weise
fortgeführt, erklärt das Bistum.
Dagegen verteidigen die Protestanten die umstrittene Zusammenarbeit
mit den Abtreibern: „Wir setzen ‘Pro Familia’ nicht mit Abtreibung gleich“, distanzierte sich die Sprecherin
der evangelischen Gemeinschaft Kurhessen-Waldeck vom Schuldbekenntnis des Bistums Fulda:
„Die Organisation
ist eine wichtige Instanz für Schwangerschaftskonfliktberatung und hat in Kassel eine andere Stellung.“
Für die Evangelischen ist es „kein Problem“, daß das Abtreibungsunternehmen im Programmheft der ‘Woche
für das Leben’ auftaucht.
Ein Gläubiger aus dem Bistum Fulda bezeichnete die Erklärung der Protestanten
als „bedrückend“ und als „völligen Realitätsverlust“: „Das kann nur einen weiteren Rückschritt im
vielseits beschworenen ökumenischen Dialog bedeuten.“
Die Sprecherin der evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
irre ganz gewaltig, wenn sie meine, daß man ‘Pro Familia’ nicht mit Abtreibung gleichsetzen müsse und
daß diese Organisation in Kassel „eine andere Stellung“ habe.
Es gehe nicht um Meinung, sondern um Sachkenntnis:
„Fakt ist, daß ‘Pro Familia’ im Kasseler Beratungszentrum ein sogenanntes Medizinisches Institut unterhält,
in dem Abtreibungen durchgeführt werden.“
Es wäre zu überlegen, ob die Lebensrechtsorganisationen
in Deutschland bei der Evangelischen Gemeinschaft von Kurhessen-Waldeck nicht offiziell Protest einreichen –
rät der Gläubige in seiner Stellungnahme:
„Denn ein gewisses Grundethos in puncto Lebensrecht darf
man auch von liberalen Protestanten noch erwarten.“