Sonntag, 14. Mai 2006 10:51
Das finstere Treiben von ‘Pro Familia’
Der Bischof von Fulda hat richtig gehandelt, als er die Zusammenarbeit mit dem Abtreibungsverein ‘Pro Familia’ als „eklatanten Fehler“ bezeichnete. Der Verein ist auch in zweideutige Machenschaften verwickelt. Von Otto Spahn.
Informationsstand der deutschen Lebensrechtsorganisation 'Aktion Leben'
Informationsstand der deutschen Lebensrechtsorganisation ‘Aktion Leben’
(kreuz.net, Neuhof) Der Aktionskreis- Fulda der ‘Aktion Leben’ begrüßt die Entscheidung des Diözesanbischofs von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, sich vom Abtreibungsverein ‘Pro Familia’ zu distanzieren und mit ihm keine Veranstaltungen durchzuführen.

‘Pro Familia’ bezeichnete diesen Schritt in einer Stellungnahme als unverständlich und behauptete, es sei falsch, den Verein mit der Kinderabtreibung gleichzusetzen.

Daß ‘Pro Familia’ allgemein als dubios gilt und den Ruf einer Abtreibungsorganisation besitzt, ist nicht schwer zu verstehen.

Der Verein tut selber alles, um dieses Image zu fördern.

'Pro Familia' führt in Deutschland mehr als 70% aller vorgeburtlichen Kindstötungen in ihren Einrichtungen durch
‘Pro Familia’ führt in Deutschland mehr als 70% aller vorgeburtlichen Kindstötungen in ihren Einrichtungen durch
Wie soll man zu einem anderen Ergebnis kommen, wenn man sieht, daß ‘Pro Familia’ für ein uneingeschränktes „Recht auf Abtreibung“ eintritt und in Deutschland mehr als 70% aller vorgeburtlichen Kindstötungen in ihren Einrichtungen durchgeführt werden.

Außerdem hat der Hessische Rechnungshof in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen diese Organisation erhoben.

Stein des Anstoßes waren die Einrichtungen von ‘Pro Familia’, in denen Menschen durch Abtreibung getötet werden.

Die Prüfer des Rechnungshofes vermißten eine vom Bundesverfassungsgericht schon 1993 geforderte klare Trennung zwischen Beratungsstelle und Abtreibungseinrichtung.

Darüber hinaus soll der Landesverband von ‘Pro Familia’ Hessen in den Jahren 2001/2002 bei sozialpädagogischen Gruppenveranstaltungen knapp 2000
Ein Fall für den Staatsanwalt:
Die sogenanten Berater von ‘Pro Familia’ stellten ohne Ausweispapiere zu verlangen blanko Beratungsscheine aus. In den Schein konnte die abtreibungsgefährdete Mutter ihren – oder einen ganz anderen – Namen selber hineinschreiben.
Beratungsfälle zuviel abgerechnet haben.

Der Aktionskreis Fulda der ‘Aktion Leben’ erhebt auch gegen die ‘Pro Familia’ Beratungsstelle in Fulda schwere Vorwürfe.

In einer Dokumentation wurde ein sogenanntes Beratungsgespräch eines 17jährigen Mädchens in Begleitung einer Freundin festgehalten.

Die „Pro-Familia“ Beraterin schlug dem Mädchen als ersten Weg eine Kindesabtreibung vor.

Bereits zwei Minuten nach Beginn des Gesprächs legte sie einen Beratungsschein auf den Tisch, den die „Beraterin“ später blanko unterschrieb, ohne Ausweispapiere zu verlangen.

In den Schein – der in Deutschland als rechtliche Voraussetzung für eine straflose Kinderabtreibung
Zweideutiger Verein:
Bis 1984 war der nationalsozialistische Eugeniker und Rassenhygieniker Prof. Dr. Hans Harmsen langjähriger Ehrenpräsident von ‘Pro Familia’
notwendig ist – konnte die „Beratene“ ihren Namen selber hineinschreiben.

Außerdem wurde ihnen der Tipp gegeben: „Im Prinzip könnt ihr auch einen ganz anderen Namen hineinschreiben.“

Der Aktionskreis Fulda sieht in einer solchen „Beratung“ einen Fall für den Staatsanwalt.

In dieses Bild von ‘Pro Familia’ paßt auch die Forderung des Vereins, die sogenannte „Tötungspille danach“ rezeptfrei abzugeben.

In die totale Absurdität begab sich ‘Pro Familia Hessen’ vor einiger Zeit, als der Verein beschloß, sich nicht an der Vergabe von Finanzhilfen aus der Bundesstiftung Mutter und Kind für in Not befindliche Schwangere zu beteiligen.

"Abtreibung tötet Kinder"
„Abtreibung tötet Kinder“
Abgerundet wird das Bild über ‘Pro Familia’ von der Tatsache, daß der nationalsozialistische Eugeniker und Rassenhygieniker Prof. Dr. Hans Harmsen bis 1984 ihr langjähriger Ehrenpräsident war.

Da klingt es wie Spott und Hohn, wenn ‘Pro Familia’ in der ökumenischen „Woche für das Leben“ mitwirkt, wo es heißt, daß uns „Kinder von Anfang an“ anvertraut sind und als Segen Gottes zu begreifen und anzunehmen sind.

Bischof Algermissen von Fulda ist daher für seine Entscheidung und für seine klaren Worte zu danken.

Das Verhalten der evangelischen Kirche ist dagegen empörend und unverständlich. Es stößt auf starke Kritik der Lebensrechtler.

Die Evangelischen müssen sich fragen lassen, wo ihre Glaubwürdigkeit in dieser Frage hingekommen ist.


Otto Spahn ist Pressesprecher des Aktionskreis Fulda der ‘Aktion Leben’
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