Samstag, 10. Juni 2006 08:40
Der neueste Medienschrei + Kein Fußball in der Kirche + Erneut Klage gegen den Vatikan + Mehr tote Kinder + Zu erfolgreich
Der neueste MedienschreiVatikan. Der Papst trägt Schuhe der italienischen Marke Geox, deren Sohlen
dafür bekannt sind, atmungsaktiv zu sein. „Wenn der Papst ein Produkt trägt, ist das mehr wert als jede
Seite Werbung“ – so eine Professorin kürzlich beim ‘Master in Fashion Experience and Design Management’
der Bocconi-Universität in Mailand: „Der Papst steht nicht unbedingt für Mode, aber für Qualität.“
Nach Angaben des Erfinders der Geox-Schuhsohle ist die Marke seit Johannes Paul II. „Freund des Vatikans“.
Kein Fußball in der KircheÖsterreich. Die für Freitag abend geplante
Fußballübertragung in der
Wiener Kapuzinerkirche wurde in letzter Minute auf den Hof des Kapuzinerklosters verlegt. Noch am Freitag
hatte der Wiener Bischofsvikar Karl Rühringer vor der österreichischen Tageszeitung ‘Die Presse’ gemeint,
daß man „veraltete Kirchenbilder“ korrigieren wolle: „Wir nehmen verstimmte Gläubige in Kauf, wenn dafür
bei anderen die Schwellenangst sinkt.“ Zuvor hatte die süddeutsche Diözese Rottenburg-Stuttgart eine
vom Bund der deutschen katholischen Jugendorganisierte Fußballübertragung in einer Kirche untersagt.
Erneut Klage gegen den VatikanVereinigte Staaten. Ein US-Bundesrichter entschied am Mitwoch, daß eine
Unzuchtsklage gegen den Vatikan weitergeführt werden kann. Die Klage basiert auf der Annahme, daß der
Heilige Stuhl dafür verantwortlich sei, daß ein homosexueller Priester von Ort zu Ort versetzt wurde,
obwohl er als Knabenschänder bekannt war. Der Priester, Hw. Andrew Ronan, der mit dem Vatikan direkt
nie etwas zu tun hatte, starb 1970. Klagen gegen den Vatikan sind bisher nie erfolgreich gewesen. Von
US-Rechtsexperten werden sie häufig Mittel betrachtet, um einem Fall Publizität zu verleihen.
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tote KinderHeiliges Land. Die israelische Besatzungsarmee hat am Freitag wieder Zivilisten angegriffen.
Soldaten verletzten Bewohner des Dorfes Bilin bei ihrem Wochenmarsch gegen die Trennungsmauer. Neun Personen,
darunter ein US-Photograph, wurden verletzt. Am Marsch nahmen 100 Einheimische und 40 israelische und
internationale Aktivisten teil. Das Shifa-Hospital in Gaza teilte ferner mit, daß mindestens elf Palästinenser –
darunter Frauen und Kinder – am Freitag im Norden des Gaza-Streifens getötet wurden. Mehr als 40 Menschen
wurden verletzt, viele von ihnen schwer, als Badegäste am Strand von israelischen Booten beschossen wurden.
Israel „bedauerte“ den Zwischenfall und bot medizinische Unterstützung an. Der Präsident der Palästinenser,
Mahmud Abbas, sprach von blutigen Pogromen gegen Zivilisten. Ferner tötete die israelische Armee drei
Bürger in einem Personenfahrzeug und vier weiter Bürger in Rafah im Süden des Gazastreifens.
Zu erfolgreich
„Der Journalist Chris Floyd hat gezählt, wieviele Widerständler der Pentagon in zahllosen Anti-Terror-Aktionen
im Irak als getötet gemeldet und als »wichtige Stellvertreter von Al Zarkawi« bezeichnet hat: In drei
Jahren waren es 376. Hinzu kommen 5.997 einfache »Mitglieder der Gruppe von Al Zarkawi, Al Qaeda im Irak«,
die nach Armeeangaben in weiteren Zusammenstößen mit der US-Armee erschossen wurden. Nach einem so blutigen
Verschleiß seiner Männer und dem Verlust seiner 376 rechten Hände muß man sich wundern, daß Al Zarkawi
noch imstande war, spektakuläre Blutbäder anzurichten – allerdings nie gegen Amerikaner, sondern nur
gegen die Schiiten und ihre Moscheen.“
Der katholische Journalist Maurizio Blondet im italienischen Web-Magazin
‘Effedieffe’.