Dienstag, 20. Juni 2006 08:53
kreuzmeldungen
Das Vergöttlichungsprinzip + Rekordtief + Die Kirchenglocken stören den Muezzin + Ein weiblicher Primas + Auch eine Litanei
Das Vergöttlichungsprinzip

„Die Eucharistie besitzt eine kosmische Bedeutung. Die Verwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi stellt nämlich das ‘Vergöttlichungsprinzip’ der Schöpfung dar. Aus diesem Grund zeichnet sich das Fronleichnamsfest insbesondere durch jene Tradition aus, das Allerheiligste Sakrament in Prozession umher zu tragen – eine bedeutungsreiche Geste. Wenn wir die Eucharistie durch die Straßen und Plätze tragen, wollen wir damit das vom Himmel herabgekommene Brot in die Alltäglichkeit unseres Lebens eintauchen. Wir wünschen uns, daß Jesus dort gegenwärtig sein möge, wo wir unterwegs sind. Unsere Welt und unser Dasein sollen zu seinem Tempel werden.“

Papst Benedikt XVI. vor dem mittäglichen Angelusgebet am letzten Sonntag.

Rekordtief

Österreich. Die Zahl der Priesterweihen in Österreich erreicht heuer mit 25 Neupriestern ein Rekordtief. Im Jahr 2005 empfingen noch 32 Männer die Heiligen Weihen. Heuer werden gerade noch 14 neue Diözesan- und elf neue Ordenspriester geweiht. In den 70er Jahren wurden im Durchschnitt jährlich 74 Männer zu Priestern geweiht, in den 80er und 90er Jahren um die 50. Seit 1981 ist die Zahl der Priester von 5.415 auf 3.970 im Jahr 2004 gesunken. Die gegenwärtigen Zahlen wären ohne die ausländischen Priesteramtskandidaten, die in Östereich geweiht werden, noch tiefer.

Die Kirchenglocken stören den Muezzin

Schweiz. Eine katholische Pfarrei in der größten Schweizer Diözese Basel erhielt kürzlich Post von der nahgelegenen Gemeinde der Muselmanen: Das Glockengeläute störe den Ruf des Muezzins. Das berichtete das monatlich erscheinende Faltblatt der ‘Initiativkreisnachrichten’ im Juni. Um die gutnachbarlichen Beziehungen zu wahren, wollte die Pfarrei auf eine Bekanntmachung des Schreibens verzichten.

Ein weiblicher Primas

USA. Die US-Anglikaner – die sich selber Episkopalkirche nennen – haben erstmals eine Frau an ihre Spitze gewählt. Die Landesbischöfin der Diözese Nevada, Katharine Jefferts Schori (52), wurde auf der Generalversammlung der US-Anglikaner im US-Bundesstaat Ohio nach fünf Wahlrunden gewählt. Sie beginnt im November eine neunjährige Amtszeit als Leiterin der rund 2,4 Millionen US-Anglikaner. Die Frau Bischöfin ist verheiratet und hat eine Tochter, die als Offizier bei der US-Luftwaffe dient.

Auch eine Litanei

USA. Die US-amerikanische Benediktinerschwester Mary Lou Kownacki hat für das neue Jahrtausend eine besondere Allerheiligenlitanei verfaßt. Schwester Mary Lou ist die Generalsekretärin der sogenannten Allianz des internationalen Mönchtums. Es handelt sich dabei um eine Verbindungsorganisation zwischen 200 Benediktiner- und Zisterzienserklöstern in der Dritten Welt und den USA. Die Allerheiligenlitanei gedenkt unter anderen des Jesuitenpaters Teilhard de Chardin, der „großen Seele“ Mahatma Gandhi, des Freiheitsrechtlers und Frauenhelden Martin Luther King sowie des Malers Vincent Van Gogh und des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart.
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