Montag, 20. Dezember 2004 11:05
In den USA wünscht man sich „Frohe Festtage“ aber keine „Frohen Weihnachten“. Es gibt „Gemeinschaftsbäume“ statt „Christbäume“ und schon die Melodie von „Stille Nacht“ ist in US-amerikanischen Schulen unerträglich. Frosty, der Schneemann hat das Christkind abgelöst.

(kreuz.net, Washington) Nach einem Bericht der in London erscheinenden Tageszeitung „Telegraph“ feiern
die Vereinigten Staaten Weihnachten ohne Christus.
Eine US-amerikanische Mutter habe für die „Festtagsparty“
in der Schule ihres Sohnes einen Kuchen mit der Aufschrift „Alles Gute zum Geburtstag, Jesus!“ gebacken.
Der Sechsjährige hatte eine Aufforderung der Schule nach Hause gebracht, den Kindern für die bevorstehende
„Festtagsparty“ traditionelle „Festtagsspeisen“ mitzugeben.
Der Kleine selbst hatte sich den Weihnachtskuchen
mit der Aufschrift gewünscht. Sicherheitshalber telefonierte die Mutter mit der Schule und bekam prompt
eine Absage. Die Party sei kein religiöser Anlaß. Der Kuchen des Kleinen sei deshalb unerwünscht.
Die Mutter suchte sich Rat bei einer US-amerikanischen Organisation, welche die Religionsfreiheit verteidigt.
Man sagte ihr, daß der Kuchen nicht illegal sei. So brachte ihn die Mutter gegen den Rat der Schule zum
Festanlaß.
Niemand habe sich geweigert, ihn zu essen. Im Gegenteil. Er hätte den Anwesenden ganz köstlich
gemundet.
Diese Begebenheit läßt nicht darüber hinwegtäuschen, daß Weihnachtsfeiern in den USA nur
im geschlossenen Bereich der Kirchen und privaten Wohnräume verbannt sind.
Im Bundesstaat Kansas entschuldigte
sich eine lokale Tageszeitung, weil ein nachlässiger Journalist, statt vom politisch korrekten „Gemeinschaftsbaum“,
vom „Weihnachtsbaum“ gesprochen hatte. Der „Gemeinschaftsbaum“ war für das lokale „Winterfest“ aufgestellt
worden.
Ein Bürgermeister im US-Bundesstaat Massachusetts entschuldigte sich öffentlich, weil er in
einer Presseaussendung fälschlicherweise von der „Weihnachtsfeier“ der Stadt gesprochen hatte.
Im Bundesstaat
Florida dürfen Tannenbäume dieses Jahr auf öffentlichem Boden nicht aufgestellt werden.
Schulen in
den US-Bundesstaaten Florida und New Jersey haben Weihnachtslieder verboten. In New Jersey ist man noch
einen Schritt weitergegangen. Beamte haben den Kinderorchestern dieses Jahr auch untersagt, Melodien wie
„Stille Nacht“ zu spielen. Menschen könnten aufgrund solcher Weisen auf christliche Gedanken kommen.
„Frosty, der Schneemann“ und „Winter Wunderland“ stellen dagegen kein Problem dar, weil mit ihnen keine
religiösen Inhalte verbunden werden.
Solche Maßnahmen gegen das Weihnachtsfest werden von der Bevölkerung
nicht immer ohne Widerstand geschluckt.
Im Bundesstaat Oklahoma wurde eine Weihnachtsszene aus dem Festtagsspiel
eines Schultheaters gestrichen. Die Eltern drückten ihren Zorn darüber aus, indem sie der Schulverwaltung
ein Darlehen von 11 Millionen Dollar (8 Millionen Euro) verweigerten. Viele Eltern waren besonders darüber
verärgert, weil Erwähnungen von „Santa Claus“, ein Tannenbaum sowie Symbole des jüdischen Channukkah-Festes
und einer afroamerikanischen Feier im Stück offenbar ohne Probleme geduldet wurden.
Die Schulleitung
hatte diese Symbole vorgängig als „kulturell“ und nicht als „religiös“ definiert.
Letzte Woche wurde
in New York eine Klage gegen eine diskriminierende Verordnung eingereicht, die zwar Weihnachtsszenen in
Schulen verbietet, aber jüdische Menorahs (siebenarmige Leuchter) und islamische Sterne erlaubt.
Vergeblich
bekämpft wurde eine Weihnachtskrippe in Chicago. Die „Amerikanische Vereinigung für bürgerliche Freiheiten“,
der „Amerikanische Jüdische Kongreß“ und eine Organisation von Atheisten waren gegen die Krippe zu Felde
und Gericht gezogen.
Die drei Organisationen verloren die Klage.
Präsident George W. Bush verschickt
zwar für die „Festtage“ zwei Millionen Karten, aber „Weihnachten“ ist auf ihnen nicht erwähnt. Auf der
Karte steht nur ein Vers aus Psalm 95: „Laßt uns vor ihn treten mit Danksagung und ihn preisen mit Musik
und Gesang.“
Die Homepage des Weißen Hauses enthält keinen Hinweis auf Weihnachten.