Piusbruderschaft
Diözesanbischof auf Werbetour für die Lefebvristen
Ein evangelischer Pastor wollte in Schweden konvertieren und wandte sich an den Ortsbischof. Doch der sah die Ökumene in Gefahr und ließ den Suchenden weiterziehen – zur Priesterbruderschaft St. Pius X.
(kreuz.net, Paris) Der lutherische Pastor Sten Sandmark und ein befreundeter, lutherischer Theologiestudent werden am 30. Juli in Paris in den Schoß der Mutter Kirche zurückkehren – bei der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Das berichtete der französische Distrikt der Priesterbruderschaft St. Pius X. kürzlich auf seiner Homepage.

Bereits seit rund zehn Jahren pflegt Pastor Sandmark Beziehungen zur Kirche. In dieser Zeit setzte die lutherische Landeskirche ihre Anpassung an die Vorgaben der liberalen Gesellschaft fort.

Im Oktober 2005 brachte die kirchliche Absegnung des Homo-Konkubinates bei Pastor Sandmark das Faß zum Überlaufen.

„Das alles hat mich moralisch verpflichtet, aus der Struktur auszusteigen“ – erklärte der Pastor vor der schwedischen Presse.

Andernfalls würde er sich als Verantwortungsträger mitschuldig machen.

Pastor Sandmark suchte den katholischen Glauben „in seiner Integrität“, „um seine Seele zu retten“.

Er wandte sich mit seinem Wunsch nach einer Konversion an den einzigen katholischen Bischof des Landes, Mons. Anders Arborelius (56), der in Stockholm residiert.

Bischof Arborelius ließ sich vom Anliegen des Lutheraners wenig beeindrucken.

Der Prälat versuchte dem Pastor zu erklären, daß Lutheraner und Katholiken angeblich als Schwesterkirchen parallele Wege zum universellen Christus gingen.

Dem lutherischen Pastor schien es, vom Regen in die Traufe geraten zu sein.

In seiner Gemeinde im südostschwedischen Oskarshamn hält er die lutherische Abendmahlfeier an einem Hochaltar. Er stößt sich auch an der Neuen Messe von Papst Paul VI.

Pastor Sandmark erklärte vor dem schwedischen Fernsehen: „Ich konnte das Luthertum nicht verlassen, um es von der anderen Seite wiederzufinden.“

Bereits im September 2005 kam der Pastor in Kontakt mit einer katholischen Gruppe, die sich ‘Vereinigung der Nationen des christlichen Europa’ nennt.

Diese Vereinigung organisierte auf den Spuren der Heiligen Brigitta von Schweden († 1373) sechs Alte Messen in schwedischen Kirchen, die noch in katholischer Zeit errichtet, aber nach der Reformation protestantisch wurden.

Eine dieser Heiligen Messen fand in der Kirche von Pastor Sandmark statt.

Der Pastor und ein anwesender Theologiestudent waren von der Messe – die von einer französischen Gregorialschola begleitet wurde – zu Tränen gerührt.

Nach der Messe erklärte der Pastor auf Lateinisch: „Extra Ecclesiam nulla salus.“

Die Konversion des Pastors und des Theologiestudenten wird am Sonntag dem 30. Juli während eines Hochamtes in der Pariser Lefebvristenkirche St. Nicolas du Chardonnet stattfinden.

Das Gotteshaus wurde im Jahre 1977 von der Piusbruderschaft mit Gewalt besetzt und wird seither von ihr betreut.

Die beiden Schweden werden bei ihrer Konversion auch bedingungsweise – falls ihre lutherische Taufe ungültig gewesen sein sollte – nachgetauft.

Während des Ritus werden sie den lutherischen Irrlehren abschwören.

Danach wollen beide das Theologiestudium bei der Piusbruderschaft beginnen, um anschließend Priester zu werden.

Der ehemalige Pastor Sandmark möchte später als Missionar in sein Heimatland zurückkehren.