10:01:08 | Freitag, 7. Juli 2006
Medjugorje
So etwas wie ein Schisma
Schon in der Glaubenskongregation fragte sich der jetzige Papst, wie die Erscheinungen von Medjugorje angesichts ihrer großen Anzahl als echt erachtet werden könnten – erklärte der für den Ort zuständige Diözesanbischof kürzlich.
(kreuz.net, Medjugorje) Der Bischof von Mostar-Duvno in Bosnien Herzegovina, Mons. Ratko Peric (62), warnte
kürzlich, daß in seiner Diözese „so etwas ähnliches wie ein Schisma existiert“.
Mons. Peric predigte
bei einem Firmgottesdienst am Fronleichnamstag in Medjugorje.
Der Bischof erklärte, daß einige der
auch in Medjugorje tätigen Franziskanerpatres wegen ihres Ungehorsams gegenüber dem Heiligen Vater von
ihrem Orden ausgeschlossen worden seien.
„Sie betätigen sich nicht nur illegal in ihren Pfarreien, sondern
sie haben auch die Sakramente unerlaubt, andere sogar ungültig gespendet.“ Es handle sich um ein schockierendes,
antikirchliches Verhalten.
Als Bischof von Mostar-Duvno habe er die Pflicht, seine Gläubigen zu warnen,
sakrilegischen Liturgien beizuwohnen und ungültig zu beichten:
„Wir beten zu Gott, daß dieser Skandal
und dieses Schisma so bald als möglich aus unserer Mitte ausgerissen wird.“
Der Bischof unterstrich,
daß sowohl sein Vorgänger als auch er selber an den Marienerscheinungen von Medjugorje ernste Zweifel
gehegt hätten und nach wie vor hegten:
„Ich bin dem Heilige Vater Papst Johannes Paul II. seligen Angedenkens
und dem regierenden Papst Benedikt XVI. wirklich dankbar, daß sie das Urteil der Bischöfe bezüglich
der »Erscheinungen« immer geachtet haben.“
Gleichzeitig unterstrich Mons. Peric, daß er das Recht
des Papstes, eine letzte Entscheidung über die Marienerscheinungen zu treffen, selbstverständlich respektiere.
Sein eigenes Urteil über die „Erscheinungen“ faßte der Bischof in fünf Punkten zusammen:
1. Medjugorje
sei innerhalb des Bistums eine katholische Pfarrei wie jede andere. Deshalb stehe es nur den kirchlichen
Autoritäten zu, der dortigen Pfarrkirche den Titel „Heiligtum“ zu verleihen.
2. Es könne – basierend
auf den kirchlichen Untersuchungen zu den Ereignissen in Medjugorje – nicht gesagt werden, daß die Vorkommnisse
übernatürliche Erscheinungen oder Offenbarungen beinhalten würden. Die Kirche habe bis jetzt keine
einzige der Erscheinungen als übernatürlich oder marianisch anerkannt.
3. Priester, die in Medjugorje
arbeiten oder die Pfarrei besuchen, dürften entgegen der Position der Kirche keine Privatmeinungen über
die sogenannten Erscheinungen verbreiten – etwa bei der Sakramentenspendung, bei verschiedenen Andachten
oder über die Medien.
4. Die Gläubigen müßten wissen, daß kirchliche Wallfahrten – ob privat oder
öffentlich, individuell oder in der Gruppe –, nicht erlaubt sind, sofern sie sich auf diese „Erscheinungen“
stützten.
5. Die Tatsache, daß während der letzten 25 Jahre von Zehntausenden Erscheinungen die Rede
war, verleihe diesen Erscheinungen keine Echtheit.
Im Gegenteil: „Unser gegenwärtiger Papst – den ich
bei einer Audienz am 24. Februar diesen Jahres getroffen habe – bemerkte, daß man sich in der Glaubenskongregation
immer gefragt habe, wie all diese »Erscheinungen« für die katholischen Gläubigen als echt betrachtet
werden können.“
Sie scheinen gerade deshalb nicht echt zu sein, weil ihr Stattfinden bereits im Vorfeld
lange vorher angekündigt wird.
Auch die Inhalte der Erscheinungen seien im vornhinein absehbar. Bei
der Flut von Botschaften handle es sich stets um Variationen desselben Themas.
Mons. Peric mahnte die
sogenannten Seher, kirchlichen Gehorsam zu zeigen und in der Pfarrei Medjugorje die öffentlichen Manifestationen
und Botschaften zu beenden.