Pastoraler Prozeß
Keine Zeit für Werktagsmessen
Der umstrittene ‘Pastorale Prozeß’ bringt im Bistum Fulda die ersten faulen Früchte.
(kreuz.net, Fulda) Vor drei Jahren bekamen die zwei Priester, Hw. Peter Borta und Hw. Alfons Gerhardt, die Pfarreien St. Jakobus mit der Filiale in Sargenzell und St. Ulrich in Hünfeld übertragen

Hünfeld ist eine attraktive Stadt und liegt 15 km nördlich von Fulda.

Die beiden Geistlichen gehören zu den Gründungsvätern des ‘Fuldaer Kreises für eine offene Kirche’.

Diese Gruppierung steht der Bewegung ‘Wir sind Kirche’ nahe und vertritt deren häufig kirchenfeindliche und glaubensfremde Ziele.

Sie ist auch eine Triebkraft für den ‘Pastoralen Prozeß’ im Bistum Fulda.

Im Hünfelder Pfarrbrief vom 1. Juli war zu lesen: „In der Gottesdienstordnung an Werktagen wird es ab Mitte Juli zu bleibenden Veränderungen kommen“

Begründet wird das Wegfallen der Werktagsmessen damit, daß im September zwei weitere Kirchengemeinden unter die Verantwortung der beiden genannten Priester kommen werden.

„Jede Kirchengemeinde hat dann eine Werktagsmesse.“

Während der Wochentage sollen dort speziell ausgebildete Laien vermehrt Wortgottesdienste feiern. Dazu geben die Priester mehrere Werktagsmessen auf.

Solche Neuerungen tragen die Handschrift des umstrittenen ‘Fuldaer Kreises’ und widersprechen klar kirchlichen Regelungen.

An fünf Werktagen – ohne den Samstag für die Vorabendmesse – könnten die beiden Priester aufgeteilt auf ihre Gemeinden theoretisch und praktisch zehn Meßfeiern halten.

Stattdessen entschieden sie sich wöchentlich für insgesamt drei und ab September für fünf regelmäßige Meßfeiern an Werktagen. Das sind wöchentlich gerade mal zweieinhalb Messen pro Priester.

Die unbedingte Notwendigkeit der neuen Pastoralverbünde wird im Bistum Fulda mit dem angeblichen Priestermangel legitimiert. Doch das genannte Beispiel zeigt, daß die Möglichkeiten der vorhandenen Priester bei weitem nicht ausgeschöpft werden.

Leider nehmen nicht alle Pfarrherren ihre erste und wichtigste Aufgabe wahr, nämlich täglich mit ihren Gemeinden die Heilige Messe zu feiern.

Wortgottesdienste durch Laien scheinen bei ihnen Priorität zu haben.

Die beiden Hünfelder Priester, Pfarrer Peter Borta und Pfarrer Alfons Gerhardt, sind beim Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, hochangesehen.

Pfarrer Borta ist auch stellvertretender Regionaldechant und Diözesanfrauenseelsorger. Pfarrer Gerhardt ist Mitglied im Fuldaer Priesterrat und Diözesanfamilienseelsorger.

Die Mitgliedschaft der beiden Priester im lehramtsfeindlichen ‘Fuldaer Kreis für eine offene Kirche’ scheint die Diözesanleitung in Fulda nicht zu stören.