10:56:14 | Dienstag, 18. Juli 2006
Pastoraler Prozeß
Keine Zeit für Werktagsmessen
Der umstrittene ‘Pastorale Prozeß’ bringt im Bistum Fulda die ersten faulen Früchte.
(kreuz.net, Fulda) Vor drei Jahren bekamen die zwei Priester, Hw. Peter Borta und Hw. Alfons Gerhardt,
die Pfarreien St. Jakobus mit der Filiale in Sargenzell und St. Ulrich in Hünfeld übertragen
Hünfeld
ist eine attraktive Stadt und liegt 15 km nördlich von Fulda.
Die beiden Geistlichen gehören zu den
Gründungsvätern des ‘Fuldaer Kreises für eine offene Kirche’.
Diese Gruppierung steht der Bewegung
‘Wir sind Kirche’ nahe und vertritt deren häufig kirchenfeindliche und glaubensfremde Ziele.
Sie ist
auch eine Triebkraft für den ‘Pastoralen Prozeß’ im Bistum Fulda.
Im Hünfelder Pfarrbrief vom 1. Juli
war zu lesen: „In der Gottesdienstordnung an Werktagen wird es ab Mitte Juli zu bleibenden Veränderungen
kommen“
Begründet wird das Wegfallen der Werktagsmessen damit, daß im September zwei weitere Kirchengemeinden
unter die Verantwortung der beiden genannten Priester kommen werden.
„Jede Kirchengemeinde hat dann eine
Werktagsmesse.“
Während der Wochentage sollen dort speziell ausgebildete Laien vermehrt Wortgottesdienste
feiern. Dazu geben die Priester mehrere Werktagsmessen auf.
Solche Neuerungen tragen die Handschrift
des umstrittenen ‘Fuldaer Kreises’ und widersprechen klar kirchlichen Regelungen.
An fünf Werktagen –
ohne den Samstag für die Vorabendmesse – könnten die beiden Priester aufgeteilt auf ihre Gemeinden theoretisch
und praktisch zehn Meßfeiern halten.
Stattdessen entschieden sie sich wöchentlich für insgesamt drei
und ab September für fünf regelmäßige Meßfeiern an Werktagen. Das sind wöchentlich gerade mal zweieinhalb
Messen pro Priester.
Die unbedingte Notwendigkeit der neuen Pastoralverbünde wird im Bistum Fulda mit
dem angeblichen Priestermangel legitimiert. Doch das genannte Beispiel zeigt, daß die Möglichkeiten
der vorhandenen Priester bei weitem nicht ausgeschöpft werden.
Leider nehmen nicht alle Pfarrherren
ihre erste und wichtigste Aufgabe wahr, nämlich täglich mit ihren Gemeinden die Heilige Messe zu feiern.
Wortgottesdienste durch Laien scheinen bei ihnen Priorität zu haben.
Die beiden Hünfelder Priester,
Pfarrer Peter Borta und Pfarrer Alfons Gerhardt, sind beim Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen,
hochangesehen.
Pfarrer Borta ist auch stellvertretender Regionaldechant und Diözesanfrauenseelsorger.
Pfarrer Gerhardt ist Mitglied im Fuldaer Priesterrat und Diözesanfamilienseelsorger.
Die Mitgliedschaft
der beiden Priester im lehramtsfeindlichen ‘Fuldaer Kreis für eine offene Kirche’ scheint die Diözesanleitung
in Fulda nicht zu stören.