15:38:14 | Freitag, 21. Juli 2006
Der angebliche Marienerscheinungsort Medjugorje scheidet die katholischen Geister. Nun will sich offenbar der Vatikan ein Urteil bilden.
(kreuz.net, Medjugorje) Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Bosnien-Herzegowina und Erzbischof von
Vrhbosna – Sarajewo –, Vinko Kardinal Puljic (60), erklärte kürzlich, daß eine neue Kommission die
Geschehnisse von Medjugorje überprüfen werde. Dies berichtete die bosnische Tageszeitung ‘Večernji
List’.
Die Initiative zur Einsetzung einer neuen Kommission soll vom Heiligen Stuhl ausgegangen sein:
„Offensichtlich kann man dort die Augen nicht länger vor den Ereignissen in Medjugorje verschließen“ –
so die bosnische Zeitung.
Nach Angaben des Bischofs von Banja Luka, Mons. Franjo Komarica (60), wird
ein Kommissionsmitglied vom Heiligen Stuhl bestimmt. Ihm könnte sogar die Leitung des Gremiums übertragen
werden.
Nach Informationen des Linzer Nachrichtenportals ‘kath.net’ soll während der letzten Konferenz
der Bosnischen Bischöfe eine lebhafte Diskussion über den Marienerscheinungsort entbrannt sein.
Dabei
habe sich das Thema gar nicht auf der Tagesordnung befunden. Dennoch habe die Debatte über Medjugorje
mehr als drei Stunden gedauert.
Im angeblichen Marienerscheinungsort soll die Gottesmutter seit dem 24.
Juni 1981 jeden Tag zum Teil gleich mehreren Sehern erscheinen.
Der Ortsbischof, Mons. Ratko Peric (62)
von Mostar, erklärte erst kürzlich
in einer Predigt, daß der Papst den Ereignissen skeptisch gegenüberstehe.
Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation habe sich stets gefragt, wie die Erscheinungen von Medjugorje
angesichts ihrer großen Anzahl als echt erachtet werden könnten.
Bischof Peric gilt als scharfer Kritiker
des Marienerscheinungsortes.
Im April letzten Jahres berichtete die bosnische Presse, daß einem der
Seher von Medjugorje sogar der frischverstorbene Papst Johannes Paul II.
erschienen sein soll.
Die Erscheinung –
und die Berichterstattung – verlief im Sand.