18:15:19 | Dienstag, 8. August 2006
Kritiker der Evolutionstheorie schrieben jüngst dem Kardinal von Wien und sogar an den Papst in Rom. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.
(kreuz.net) Im Frühjahr 2006 schrieb ein Vertreter des
Kolbe-Center dem Erzbischof von Wien, Christoph
Kardinal Schönbon.
Anlaß für das Schreiben war der Beginn der neun Katechesen, die der Kardinal im
Wiener Stephansdom über die Evolutionstheorie gehalten hat.
Das
Kolbe-Center ist eine englischsprachige
katholische Vereinigung kreationistischer Ausrichtung.
Der Kreationismus ist das Bestreben, die naturwissenschaftlichen
Befunde über das Leben und dessen Vergangenheit unter der Voraussetzung von Schöpfung zu erklären.
Das Zentrum verbreitet evolutionskritische Literatur und organisiert Vorträge und Kongresse. Zu seinem
Beirat gehören Wissenschaftler aller Disziplinen, auch Philosophen und Theologen.
Die katholischen Kreationisten
übersandten dem Kardinal einige ihrer Publikationen und baten ihn um einen Termin, um ihm die wichtigsten
Argumente gegen die Evolutionstheorie vorzutragen.
Am 21. Februar antwortete der Kardinal handschriftlich
und sehr freundlich: Kardinal Christoph Schönborn:
„Ich denke, es wird die Zeit kommen, wo das ideologische
Gebäude des Evolutionismus zusammenbrechen wird“ – schrieb Kardinal Schönborn wörtlich:
„Was dann
von der echt wissenschaftlichen Seite der Theorie überbleibt, wird sichzeigen.“
Dem australischen Autor
Gerard J. Keane dankte er in einem anderen Schreiben für die Übersendung seines Buches. Es sei hilfreich
für die Vorbereitung der Katechesen.
Keane ist Autor eines wichtigen katholischen evolutionskritischen
Buches.
Einen Termin gab der Kardinal aber nicht.
Post bekam auch Papst Benedikt XVI. Durch Vermittlung
des Bischofs von Puy-en Velay in Südfrankreich, Mons. Henri Brincard, schrieb ihm ein französisches
Mitglied des Kolbe-Centers und sandte dem Heiligen Vater einige evolutionskritische Schriften.
Dafür
dankte zuerst Mons. Gabriel Caccia – ein Assessor im Staatssekretariat – im Namen des Papstes. Er verwies
auf die Enzyklika Fides et Ratio, nach welcher der Mensch von der Menschwerdung her verstanden werden
müsse und übermittelte den apostolischen Segen.
Fünf Tage später folgte ein zweiter Brief – wieder
von Msgr. Caccia: Nun hieß es, daß der Papst die katholischen Kreationisten ausdrücklich ermutige.
Benedikt XVI. vertraute deren Arbeit auch der Muttergottes an.
Hat Seine Heiligkeit
zwischenzeitlich von dem Schreiben Kenntnis bekommen und für eine positivere Antwort gesorgt?
Es ist
kein Geheimnis, daß der Papst als Kardinal über die geläufige evolutionskritische Literatur recht gut
im Bild war.
Dr. med Wolfgang B. Lindemann ist Arzt im Nordelsaß und hat zahlreiche kritische Publikationen
über die Evolutionstheorie vorgelegt.