09:39:20 | Freitag, 24. Dezember 2004
kreuzmeldungen
Christmette im Peterdom umspannt die Welt + Christmette heuer auch am Telefon + Ein gutes Verhältnis + Französisches Predigtverbot gegen die Homosexualität + Hypathios-Kloster fest in orthodoxen Händen
Christmette im Peterdom umspannt die Welt
Vatikan. Die diesjährige Christmette mit dem Heiligen Vater,
Papst Johannes Paul II., wird vom Petersdom aus in über 72 Länder übertragen. Der Päpstliche Rat für
Soziale Kommunikation gab bekannt, daß 111 Fernsehsprecher die Mitternachtsmesse in die 5 Kontinente
tragen werden. Insgesamt 114 Senderstationen werden die Weihnachtsbotschaft des Heiligen Vaters am ersten
Weihnachtstag und den Segen Urbi et Orbi – für die Stadt und den Erdkreis – in die Welt tragen. Papst
Pius XII. begann 1954 die Botschaft der Christmette in der Welt via Rundfunk zu verkünden. 1969 erreichte
die Weihnachtsbotschaft über die Grenzen Europas hinaus Chile und Argentinien. 1974 konnten bereits 44
Länder weltweit die Weihnachtsmesse mit Papst Paul VI. mitverfolgen.
Christmette heuer auch am Telefon
Italien. Zu Weihnachten lockt ein italienisches Telekommunikationsunternehmen mit der Übertragung der
Christmette aus dem Petersdom. Italiener mit UMTS-Handys können die Mitternachtsmesse des Papstes und
den Segen „Urbi et Orbi“ via Mobiltelefon mitverfolgen. Durch die Telefonübertragung eingenommene Gelder
kommen Kirchenbauten in Rom sowie Hilfsprogrammen für Aidskranke zugute.
Gutes Verhältnis
Österreich.
Der österreichische sozialistische Bundespräsident Heinz Fischer hat sich am Mittwoch mit dem Erzbischof
von Wien, Christoph Kardinal Schönborn (59), getroffen. Fischer setzte mit dem Weihnachtsbesuch beim
Kardinal eine Tradition fort, die der verstorbene Bundespräsident Thomas Klestil begründet hatte. Das
Treffen fand im Wiener Erzbischöflichen Palais statt. Es war Bundespräsident Fischers erster weihnachtlicher
Besuch beim Wiener Erzbischof. Das Gespräch unter vier Augen dauerte knapp eine Stunde und wurde durch
eine adventliche Musikdarbietung eines Quartetts im Hof des Erzbischöflichen Palais eingeleitet. Präsident
Fischer und Kardinal Schönborn unterstrichen das gute Verhältnis zwischen Kirche und Staat. Fischer
ist ein Parteifreund von Landeshauptfrau Gabriele Burgstaller, welche mit ihrer Forderung nach der Einführung
der Kinderabtreibung im Salzburger Landeskrankenhaus den vorweihnachtlichen Widerstand von katholischen
Laien heraufbeschwört hat.
Französisches Predigtverbot gegen die Homosexualität
Frankreich. Nach
einer Meldung von CWNews wurde in Frankreich ein Gesetz verabschiedet, daß die sogenannte „sexistische „
bzw. „anti-homosexuelle“ Sprache unter Strafe stellt. Das Gesetz sei am Mittwoch im Französischen Senat
beschlossen worden. Vorausgehend war es schon von der Nationalversammlung angenommen worden. Das neue
Gesetz sieht vor, daß jeder, von dem feststellt wird, daß er aufgrund von Geschlecht oder geschlechtlicher
Orientierung Haß oder Gewalt gegen eine Person sät, zu einer Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr und
einer Buße bis 45.000 Euro verurteilt werden kann. In der katholischen Kirche wird befürchtet, daß
das Gesetz auch gegen die Lehre der Kirche über die Homosexualität angewendet werden könnte. Auch Journalisten
äußerten die Sorge, daß das Gesetz die Meinungsfreiheit unterdrücken könnte. Repression sei kein
Mittel, um in einem Staat die Toleranz zu fördern, meinte ein Vertreter der „Reporter ohne Grenzen“.
Hypathios-Kloster fest in orthodoxen Händen
Rußland. Das berühmte russische Hypathios-Kloster in
der Wolgastadt Kostroma wird nach jahrlangem Rechtsstreit endgültig der orthodoxen Kirche zurückgegeben.
Kostroma liegt 350 km nordöstlich von Moskau. Das Kloster war in Zeiten der Sowjetunion dem regionalen
Heimatkundemuseum überschrieben worden. Ein russisches Gericht wies vergangenen Mittwoch eine Klage zurück,
welche die Rückgabe des Museums an die orthodoxe Gemeinschaft verhindern wollte. Das Hypathios-Kloster
von Kostroma ist wegen seiner mit goldenen Kuppeln verzierten Hauptkathedrale ein beliebtes Ziel von Touristen
und Pilgern. In dem Kloster wurde im 17. Jahrhundert Michail Romanow, der erste Zar der letzten russischen
Herrscher-Dynastie, gekrönt.