Freitag, 24. Dezember 2004 17:52
Papst Silverius († 523) trifft auf den berühmten Hamlet, der dem gleichnamigen Drama des englischen Dichters William Shakespeare
entsprungen ist. Ein Streit entbrennt über die Lehre der Kirche zur Jungfrauengeburt.

Barberini, Heilige Familie
(kreuz.net)
Papst Silverius: Es ist die Eigentümlichkeit des Sohnes Gottes, daß das Wort in den Endzeiten
Fleisch wurde und unter uns wohnte.
Hamlet: Wen kümmert es, Eure Heiligkeit, ein Stäubchen ist’s, des
Geistes Aug’ zu trüben.
Papst Silverius: Kein Staub mein Prinz, die Klarheit Gottes. Die beiden Naturen
sind ohne irgendeine Vermischung im Schoß der heiligen Jungfrau und Gottesgebärerin Maria geeint.
Hamlet:
So gänzlich dumm sich keine Schöne find, grad ihre Dummheit hilft ihr noch zum Kind.
Papst Silverius:
Mein Lieber, beleidige die Gottesmutter nicht! Das Geheimnis, daß der Schöpfer ohne Same empfangen wurde,
ist der Geburt Gottes ganz und gar angemessen.
Hamlet: Eure Heiligkeit, es ist was faul.
Papst Silverius:
Urteilt nicht vorschnell. Er wahrte, was Er aus dem Vater war und stellte dar, was Er aus der Mutter angenommen
hatte.
Hamlet: Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.
Papst Silverius: Weder Tollheit noch Methode,
sondern die Weisheit Gottes, die alles ordnet. Er, der vor den Zeiten Sohn Gottes war, wurde Sohn des
Menschen und in der Zeit nach Art des Menschen geboren. Welches Geheimnis: Er bewahrte die Geburt vor
Verletzung.
Hamlet: Ich verstehe nicht. Mehr Inhalt, weniger Kunst.
Papst Silverius: Geduld, lieber
Hamlet. Christus öffnete bei der Geburt den Schoß der Mutter, doch kraft seiner Gottheit versehrte er
die Jungfräulichkeit nicht.
Hamlet: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.
Papst Silverius: Derselbe
Sohn Gottes ist zugleich Gott und Mensch, zugleich Kraft und Schwachheit, Niedrigkeit und Erhabenheit,
loskaufend und verkauft, ans Kreuz gehenkt und das Himmelreich gewährend, so in unserer Schwachheit,
damit er getötet werden kann, so in der ungeborenen Macht, damit er durch den Tod nicht vernichtet werden
konnte.
Shakespeare spricht meist durch sein Drama ‘Hamlet’. Papst Silverius († 523) war 9 Jahre Papst.
Seine Zitate sind dem Brief „Libellus fidei“ – dem Glaubensbüchlein – entnommen, das er von Rom nach
Konstantinopel sandte.