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Die verlorene Ehre der Katharina P.
Am Donnerstag, dem 7. September 2006 um 11:00 war es soweit. Die Polizei holte Frau Katharina P. an ihrer Haustür ab. Von Stefan Sedlaczek, Siegburg.
(kreuz.net) Eine Polizistin in Zivil stand vor der Tür und rief, als Katharina P. die Tür öffnete, ihre Kollegen herbei.

Die hatten sich und ihr Auto bis dahin versteckt.

Sie durfte sich noch umziehen, aber die Polizistin kam trotz Protesten mit auf ihr Zimmer: „Auf einmal werden sie sich bewaffnen und uns alle abschießen“, lautete die Begründung.

Katharina P. hat zwölf Kindern das Leben geschenkt und ist eine tiefgläubige Christin. Über Handy konnte sie noch ihren Mann informieren.

Man nahm Katharina P. zuerst nach Bielefeld mit.

Am nächsten morgen wurde sie mittels Gefangenentransport in die Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen überführt.

Ihr Mann wurde darüber informiert und man teilte ihm auch mit, daß seine Frau zehn Tage Erzwingungshaft bekommen soll.

Am 9. September hatte ich von der Sache erfahren und gleich in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen – einem Gefangenen- und Arbeitslager nach deutschen Recht – angerufen und um Bestätigung gebeten, daß Frau Katharina P. dort gefangengehalten wird.

Der diensthabende Beamte verwies auf den Datenschutz und darauf, daß er keine Auskunft erteilen dürfe.

Auch mein Hinweis, daß es mir lediglich um eine Verifizierung der Sache vor einer Veröffentlichung ginge, motivierte ihn weder zu einer Aussage, noch dazu, überhaupt seinen Namen zu nennen.

Eine daraufhin schriftlich erbetene Stellungnahme blieb bis heute unbeantwortet.

Hintergrund der Gefangennahme und Inhaftierung von Katharina P. ist ihre Weigerung, ihre Kinder einer staatlichen Schule zuzuführen. Aus demselben Grund war bereits ihr Mann verhaftet worden.

Perfide erscheint in diesem Zusammenhang, daß Katharina P. wie auch ihr Mann sowie weitere Paderborner Familien eine Schulgründung in ihrer Heimatstadt betreiben, deren Genehmigung von den Behörden aber verzögert wird.

Herr Müller vom Landratsamt Paderborn war schon früher in der Sache nicht zugänglich und hat Schreiben, ob der unsicheren Rechtslage und seiner fragwürdigen Rechtsauffassung nicht beantwortet.

Im Magazin ‘Spiegel’ wurde er bereits als Scharfmacher dargestellt.

Der Ehemann von Frau Katharina P. ist gestern mit seinen Kindern, wie zuvor schon die Familie R. aus Hamburg, nach Österreich geflohen.

Verschiedene Organisationen sowie Privatpersonen bemühen sich um eine vorzeitige Freilassung von Katharina P. Eine Freundin bittet um Unterstützungsbriefe.

Ihr Mann wird wieder nach Deutschland kommen, um sie abzuholen.

Bis dahin kümmert er sich um die gemeinsamen Kinder und hilft beim Ausbau eines christlichen Erholungsheimes am Wolfgangsee.

Das Heim wird wohl nötig sein.