Mittwoch, 20. September 2006 17:54
Wie viele Priester wollen die Alte Messe lesen?
Im August haben die Lefebvristen in Deutschland eine große DVD-Aktion zum Erlernen der Alten Messen lanciert. Jetzt wurde die erste Bilanz gezogen.
Pater Mählmann spricht bei einem Priestertreffen in Stuttgart im September über den Erfolg der DVD-Aktion
Pater Mählmann spricht bei einem Priestertreffen in Stuttgart im September über den Erfolg der DVD-Aktion
(kreuz.net) Ende Juli richtete sich die Priesterbruderschaft St. Pius X. mit einer Briefaussendung an die Pfarrgeistlichkeit Deutschlands.

Ziel des Schreibens war, eine DVD mit dem Film „Die Zelebration der lateinischen Messe“ gratis anzubieten.

Der Film zeigt Schritt für Schritt, wie der überlieferte Ritus zelebriert wird.

Die Alte Messe geht bis auf die Zeit Papst Gregors des Großen († 604) oder sogar auf apostolische Tradition zurück. Sie war bis 1969 in der weltweiten Römischen Kirche in Gebrauch.

Ziel der Aktion ist es, allen 16.100 Priestern Deutschlands die Möglichkeit zum Erlernen des überlieferten lateinischen Ritus zu eröffnen.


Der Film wird ausschließlich an Priester und Seminaristen abgegeben.

Die erste Aussendung ging an 6.800 Priester der Diözesen Münster, Trier, Berlin, München, Paderborn und Köln, sowie an 300 ausländische Priester.

Am 28. Juli informierte ein Brief des deutschen Distriktoberen alle Diözesanbischöfe des Landes über die Aktion.

Eine offizielle Reaktion seitens der Oberhirten steht bisher noch aus.

Anfang November ist eine zweite Aussendung an weitere 4.500 Priester in Deutschland geplant.

Die dritte und letzte Aussendung erfolgt am Anfang des nächsten Jahres.

Die Aktion wurde vom Distrikt Schweiz übernommen. Dort werden derzeit die deutschsprachigen Priester angeschrieben.

Weitere Länder sind in Planung.

Bis jetzt wurde die DVD 800mal von Geistlichen – Priestern und Seminaristen – bestellt.

Nach Angaben von Pater Andreas Mählmann – dem Sprecher der Piusbruderschaft – haben keine zehn der bis jetzt angeschriebenen 7.100 Priester die Liturgiereform des letzten Jahrhunderts verteidigt.

„Damit sind die positiven Reaktionen auf die Aktion 100mal höher als die kritischen“ – schreibt die Bruderschaft in einer Stellungnahme.

Die Organisatoren der Aktion werten das als ein Einverständnis im Klerus, daß die Liturgiereform von Papst Paul VI. gescheitert ist.

Die Piusbruderschaft ist zufrieden: „Die Aktion in ihrem bisherigen Verlauf wird als Erfolg gewertet.“

Man könne ohne Übertreibung von einem Dammbruch sprechen: „Die Verbreitung des überlieferten Ritus gerade bei den jungen Priestern ist nicht mehr aufzuhalten.“

Man könne damit rechnen, daß zwischen 15% und 20% aller geweihten Priester und zwischen 30% und 40% aller Seminaristen im deutschsprachigen Raum überlegen, den überlieferten Ritus zu erlernen.

Einen Einblick in die „neue Sehnsucht nach der Alten Messe“ bietet eine Auswahl schriftlicher Reaktionen von Priestern und Seminaristen, die kürzlich von der Piusbruderschaft publiziert wurde.

Angesichts dieser positiven Entwicklung sei es sinnvoll, gemeinsam zu überlegen, wie in der derzeitigen kirchlichen Situation weiter zu verfahren sei – so die Piusbruderschaft.

Zu diesem Zweck wird am 30. Oktober ein Treffen von Diözesanpriestern, Ordensgeistlichen und Seminaristen anberaumt, zu dem Pater Franz Schmidberger – der Distriktobere Deutschlands – ins Priorat St. Athanasius .
Copyright © 2009 kreuz.net