11:41:44 | Mittwoch, 27. September 2006
Mag. Ewald Stadler
Beim freimaurerischen Totengedenken für seinen Vater hielt der Wiener Kardinal eine rührende Abschiedsrede. Persönliche Erfahrungen von Mag. Ewald Stadler.
(kreuz.net, St. Pölten) Der österreichische Volksanwalt Ewald Stadler (45) hielt am 23. September in
St. Pölten einen Vortrag über seine Erfahrungen mit der Freimaurerei.
Die Veranstaltung wurde vom katholischen
‘Initiativkreis katholischer Laien und Priester in Wien, Niederösterreich und Burgenland’ organisiert.
Der Katholik Stadler kandidiert gegenwärtig für die rechtsnationale Partei FPÖ – Freiheitliche Partei –
bei den bevorstehenden österreichischen Nationalratswahlen.
Zu Beginn seines Vortrages warnte er, Zubringereinrichtungen
wie den Lions- oder Rotary Club mit Freimaurerlogen gleichzustellen. Das würde deren tatsächliche Bedeutung
schmälern.
Insgesamt gebe es gegenwärtig Schätzungen zufolge weltweit sechs Millionen Freimaurer in
rund 40.000 Logen.
Der Rauch der Freimaurer in der KircheDie Freimauerei sei von Papst Clemens XII.
(† 1740) und Papst Leo XIII. († 1903) aufs Schärfste verurteilt worden.
Doch der Staatsekretär von
Papst Leo XIII. – Kardinal Mariano Rampolla († 1913) – sei mit Sicherheit Freimaurer gewesen – so Stadler.
Auch der spätere Papst Johannes XXIII. trat 1935 der quasifreimaurerischen Vereinigung ‘Der Ritter und
die Rose’ bei.
Doch erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil sei es zu einem Tauwetter zwischen den
Erzfeinden Kirche und Maurerei gekommen.
Die automatische Exkommunikation der Freimaurer wurde 1983 aus
dem Kirchenrecht gestrichen.
Doch bereits im März 1984 bekräftigte der frühere Präfekt der Glaubenskongregation,
Joseph Kardinal Ratzinger, die Unvereinbarkeit zwischen Freimaurertum und Katholizismus: „Das haben ihm
die Freimaurer bis heute nicht verziehen.“
Warum der Wiener Dompfarrer
Toni Faber dennoch Sympathien
für die Maurerei bekunde, ist Stadler ein Rätsel.
Für das maurerische Tauwetter in Österreich sei
„ausschließlich“ der Erzbischof von Wien, Franz Kardinal König († 2004), verantwortlich – so Stadler.
Kardinal König verwaltete sein Amt von 1956 bis 1985.
Er habe einen regen Kontakt zum damaligen Großmeister
der Loge, Dr. Kurt Barisch, gepflegt.
Das bedeute nicht, daß Kardinal König selber Mitglied der Loge
gewesen sein müsse.
Die Freimaurer seien auch froh, in Kirche, Politik und Wirtschaft zuverlässige,
nicht beigetretene Handlanger zu besitzen.
Stadler bestätigte ferner, in einem ihm zugespielten Logenverzeichnis
den ehemaligen Chefredakteur der Wiener Kirchenzeitung, Walter Ramig, und den früheren Steuerberater
der Erzdiözese Wien, Josef Böck, gefunden zu haben.
Recherchen hätten schließlich gezeigt, daß diese
beiden auf ausdrücklichen Wunsch von Kardinal König Freimaurer wurden.
Stadler kam in seinem Vortrag
auch auf den amtierenden Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, zu sprechen.
Der Vater des
Kardinals sei ebenfalls ein Logenbruder gewesen. Nach seinem Tod habe Schönborn bei einer freimaurerischen
Verabschiedung eine „rührige Predigt“ gehalten.
Das erfuhr Stadler von einem zu gesprächigen Freimaurer
und Volksanwalt.
Die Freimaurer besitzen nach Stadler in allen Ländern und Ebenen der Kirche verläßliche
Ansprechpartner. Es spiele dabei eine untergeordnete Rolle, ob die Betreffenden auch formal Mitglieder
der Sekte seien.
Angesprochen auf eine vor Jahren in dem italienischen Monatsmagazin ‘30 Giorni’ veröffentlichten
Liste von Priestern mit freimaurerischer Affiliation mahnte Stadler zur Vorsicht.
Wenn es nach der Veröffentlichung
der Liste keine Konsequenzen juristischer oder kirchlicher Art gegeben habe, sei diese Liste vermutlich
gefälscht.
Peinliche freimaurerische RitualeBei den Zeremonien der Freimaurer-Sekte handelt es sich
nach Stadler gewöhnlich um verdrehte oder nachgeäffte katholische Riten.
Stadler erzählte, daß sich
sein sozialistischer Kollege in der Volksanwaltschaft, Dr. Peter Kostelka – „typisch für einen Freimaurer“ –
einmal über christliche Riten lustig gemacht habe.
Darauf Stadler: „Die Riten, die ihr in euren Freimaurerlogen
pflegt, sind an Peinlichkeit nicht mehr zu übertreffen.“
Als Beispiel nannte Stadler das Schreiten über
Teppiche, um damit angeblich einen Erkenntnisgewinn zu signalisieren.
Bei einem anderen Ritual werde
ein Totenkopf mit einer Kaiserkrone oder mit der päpstlichen Tiara zwischen zwei Kerzen aufgestellten.
Die Freimaurer müßten dann den Totenkopf bespucken.
Einmal seien Freimaurer auf intensives Betreiben
Stadlers wegen eines Millionenbetrugs in der Loge vor Gericht gelandet. Dabei habe einer ausgesagt, das
unterschlagene Geld für die Reinigung der Kutten sowie für den Ankauf von Totenköpfen benötigt zu
haben.
Der Angeklagte habe auf ungläubiges Nachfragen der Richterin erklärt, daß die Totenköpfe sehr
teuer gewesen seien.