Alte Messe
Bischöfliche Verhinderungspolitik?
Deutsche Katholiken befürchten, daß die deutschen Bischöfe bei ihrem Ad-Limina-Besuch im November Stimmung gegen die klassische Liturgie machen wollen.
(kreuz.net) Stefan Löbel von der katholischen Vereinigung ‘Pro Sancta Ecclesia’ kommentierte gestern die letzte Woche zu Ende gegangene Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz.

Die Bischöfe haben als Ergebnis ihrer Beratungen behauptet, daß von einem wachsenden Interesse der Katholiken an der Alten Liturgie keine Rede sein könne.

In diesem Zusammenhang weist Löbel darauf hin, daß sich die meisten Deutschen Bischöfe weigern, den Gläubigen des Alten Ritus mit pastoraler Offenheit entgegenzutreten.

Die Bischöfe würden sich auf diese Weise dem Wunsch des verstorbenen Papstes, Johannes Paul II., widersetzen.

Dieser hatte eine „weite und großzügige“ Erlaubnis der Alten Messe gefordert.

Dagegen würden die meisten Bischöfe seit zehn Jahren versuchen, die Alte Liturgie totzuschweigen und Genehmigungen dafür nur äußerst begrenzt und mit demütigenden Auflagen zu erteilen.

Dennoch wachse das Interesse an der Alten Messe – besonders bei Priesteramtskandidaten und in der jüngeren Priestergeneration.

Offensichtlich gebe es die Absicht – so Löbel –, beim bevorstehenden Ad-Limina-Besuch der Deutschen Bischöfe im November in Rom „eine offizielle, allgemeine und ausdrückliche Wiederzulassung der klassischen Liturgie zu verhindern“.

Löbel weist darauf hin, daß der traditionelle römische Ritus nicht aus dem Leben der Kirche verbannt werden könne.

Alle katholischen Kirchenbauten bis Mitte des 20. Jahrhunderts seien „steingewordene Zeugnisse“ dieser Liturgie.

Große Komponisten wie Wolfgang A. Mozart († 1791), Ludwig van Beethoven († 1827) und Franz Schubert († 1828) hätten die überlieferte Heilige Messe in den Mittelpunkt ihres kirchenmusikalischen Schaffens gestellt.

Auch Papst Benedikt XVI. habe diesen Ritus als Kardinal immer wieder zelebriert.

„Ich bin überzeugt, daß die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht, die mitunter sogar so konzipiert wird, ‘etsi Deus non daretur’“ – „als gebe es Gott nicht“ – schreibt der frühere Kardinal Ratzinger in seiner Autobiographie.

In seinem Buch „Salz der Erde“ spricht er davon, daß sich niemand vor der überlieferten Liturgie fürchten müsse.

Es sei nicht einzusehen, was an der tridentinischen Messe gefährlich oder unannehmbar sein sollte.

„Eine Gemeinschaft, die das, was ihr bisher das Heiligste und Höchste war, plötzlich als strikt verboten erklärt und das Verlangen danach geradezu als unanständig erscheinen läßt, stellt sich selbst in Frage. Denn was soll man ihr eigentlich noch glauben?

Wird sie nicht morgen wieder verbieten, was sie heute vorschreibt?“ – so der jetzige Papst.