10:20:18 | Freitag, 13. Oktober 2006
Verbrechen
Zuhälter oder Priester?
In Norditalien wurde ein Geistlicher verhaftet, dessen Hilfswerk für Obdachlose offenbar noch in einem anderen Sinn tätig war.
(kreuz.net, Forlì) Die Polizei hat in der italienischen Stadt Cesenatico den Priester, Hw. Giuseppe Giacomoni
(81), verhaftet.
Das berichtete die italienische Presse am Mittwoch.
Die Anschuldigungen gegen den Priester
sind schwerwiegend.
Hw. Giacomoni ist der Gründer, Leiter und Präsident eines Hilfswerkes, das in Cesenatico
eine Unterkunft für Bedürftige mit dem Namen ‘Arcobaleno’ – Regenbogen – führt.
Cesenatico ist eine
norditalienische Küstenstadt an der Adria, 20 km nördlich von Rimini.
Das Hilfswerk ist regulär beim
Gerichtshof für Minderjährige in Bologna akkreditiert.
Es ist in verschiedenen Privatwohnungen des
Priesters in Cesenatico untergebracht. In ihnen beherbergte der Geistliche – mit angeblich humanitären
Zielen – bedürftige Personen aus Italien und dem Ausland, auch Minderjährige, sowie bedürftige Frauen
und Personen unter Hausarrest.
Neben seinen Tätigkeiten im Heim war Hw. Giacomoni als Aushilfspriester
in der Pfarrei Ruffio, in der Nähe von Cesenatico tätig.
Die Untersuchungen der Polizei haben ergeben,
daß der Priester minderjährige Hausbewohner – vor allem Ausländer – sexuell mißbraucht hat.
Gefügig
machte er sie mit der Drohung, ihnen keine Aufenthaltsbewilligung in Italien zu verschaffen.
Außerdem
soll der Geistliche auch Geld für die Vermittlung sexueller Treffen mit Minderjährigen angenommen haben.
Diese fanden in seiner Privatwohnung oder in den Räumlichkeiten seines Instituts statt.
Die Preise beliefen
sich angeblich auf 100 bis 200 Euro.
Erste Hinweise erhielt die Polizei nicht von den Betroffenen selber,
sondern von Gerüchten.
Zusammen mit dem Priester wurde auch der 62jähriger Besitzer eines bekannten
Restaurants in der Gegend festgenommen. Die Polizei scheint handfeste Beweise zu besitzen, daß der Priester
ihm einen 16jährigen „verkauft“ hat, dessen offizieller Rechtsvertreter Hw. Giacomoni war.
Ein dritter
Verhafteter ist ein 25jähriger Rumäne, der dem Priester bei seinem finsteren Treiben geholfen haben
soll.
Die Untersuchungen der Polizei begannen bereits im Oktober 2005 und wurden im August abgeschlossen.
Dabei stellte sich heraus, daß im Institut auch fünf junge Erwachsene – darunter eine Frau – zur Prostitution
gezwungen wurden.
Offenbar wendete sich Hw. Giacomoni auch gerne an die Polizei, um unkorrektes Verhalten
seiner Hausbewohner anzuzeigen.
Jetzt wird befürchtet, daß das ein Mittel des Priesters war, um jene
zu eliminieren, die sich von ihm nicht einschüchtern ließen.