Mittwoch, 29. Dezember 2004 08:52
Vatikanische Pilgerstatistik + Scheinehe eines Priesters mit bischöflichem Einverständnis + Päpstliche Hilfe für Asien + Die Scharia beginnt in Großbritannien Fuß zu fassen + Sozialistenlogik: Abtreibung bekämpfen mit Frühabtreibung
Vatikanische PilgerstatistikVatikan. Der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., traf im vergangenen
Jahr mehr als 2 Millionen Menschen. Gestern veröffentlichte der Vatikan eine entsprechende Statistik.
Knapp eine Million Gläubige haben den sonntäglichen Angelus mit dem Heiligen Vater gebetet. Die wöchentlichen
Generalaudienzen vernahmen rund eine halbe Million Menschen. Gleich viele nahmen im letzten Jahr an den
Gottesdiensten des Papstes teil.
Scheinehe eines Priesters mit bischöflichem EinverständnisSchweiz.
Die „Basellandschaftliche Zeitung“ berichtete von der Eheschließung eines katholischen Priesters mit
bischöflicher Erlaubnis. Der pensionierte Pfarrer der Pfarrei St. Joseph in Basel soll sich mit einer
Ecuadorianerin vermählt haben, um deren Ausweisung zu verhindern. Der Basler Bischof, Kurt Koch (54),
habe zu einer „Josephs-Ehe“ sein Einverständnis erklärt. Der Priester wolle weiter den Zölibat leben.
Der Vorwurf der ‘Scheinehe’ belaste ihn nicht. Er sei auch bereit bis auf weiteres keine Messen mehr zu
lesen.
Päpstliche Hilfe für AsienAsien. Gestern bat das Päpstliches Hilfswerk Cor Unum „die Gläubigen,
jeden Einzelnen und die ganze Gemeinschaft“ um Hilfe. Die Hilfsprogramme sollten die Opfer der Katastrophe
so schnell als möglich unterstützen. Das Päpstliche Hilfswerk konnte bereits erste Nothilfe in Sri
Lanka, Indien, Thailand, Indonesien und Somalia leisten. Die Unterstützung spiegle „die universale Stimme
der brüderlichen Solidarität“ wieder, so Cor Unum.
Die Scharia beginnt in Großbritannien Fuß fassen
Großbritannien. Das britische Finanzamt überlegt die steuerliche Anerkennung der Polygamie. Das existierende
Steuerrecht erlaubt die steuerfreie Vererbung an eine einzige Ehefrau. Ahmad Thomson von der ‘Vereinigung
muslimischer Rechtsanwälte’ meinte, daß auch mehrere Frauen von der Erbschaftssteuer ausgenommen werden
müßten. Eine familienfreundliche Regierung müsse eine Steuer ändern, welche die Werte einer religiösen
Minderheit diskriminiere. Das Finanzamt fürchtet, daß eine diesbezügliche Änderung zu einer Grundsatzdebatte
der Polygamie führen könnte. Zweit-, Dritt- und Viertehen werden in Großbritannien staatlich nicht
anerkannt.
Sozialistenlogik: Abtreibung bekämpfen mit FrühabtreibungÖsterreich. Die sozialistische
Frauenvorsitzende und Zweite Nationalratspräsidentin Barbara Prammer bezeichnete gestern in einer Presseaussendung
die Kinderabtreibung als „bahnbrechende Errungenschaft“. Flankierende Maßnahmen zur Kinderabtreibung
müßten in Zusammenhang mit der Empfängnisverhütung gesehen werden. Die Sozialistin forderte Gratisverhütungsmittel
in Schulen und die Pille auf Krankenschein. Die Pille wirkt, wie alle Hormonpräparate,
in bestimmten
Fällen frühabtreibend.