10:13:51 | Samstag, 28. Oktober 2006
Ein Vertreter der Piusbruderschaft erklärte kürzlich, sich erst dann mit Rom aussöhnen zu wollen, wenn man dort dem letzten Konzil abgeschworen habe.
(kreuz.net) Am vergangenen Donnerstag gewährte Weihbischof Richard Williamson dem englischsprachigen
Forum ‘Angelqueen’ ein Interview.
Mons. Williamson ist einer der vier von Erzbischof Marcel Lefebvre
im Jahr 1988 gegen den Willen Roms geweihten Bischöfe.
Im Interview warnt der Bischof vor Gerüchten
über eine Aussöhnung mit dem „konziliaren Rom“.
Der Konflikt zwischen der Piusbruderschaft und Rom
sei ein Krieg zwischen zwei einander direkt entgegengesetzten Religionen:
„Die katholische Religion,
die auf Gott zentriert ist, und die Konzilsreligion, die auf den Menschen und die moderne Welt zentriert
ist.“Zwischen diesen beiden Religionen könne erst Friede herrschen, wenn eine der beiden tot sei.
Das sei der Grund, warum sich die
französischen Bischöfe als Anhänger der „Konzilsreligion“ so leidenschaftlich
gegen eine Versöhnung zwischen Rom und den „Repräsentanten der wahren Religion“ stellen würden.
Deswegen
habe das „konziliare Rom“ auch das
Institut vom Guten Hirten in Bordeaux errichtet – nicht weil diese
Gemeinschaft traditionell, sondern weil sie „halb traditionell“ sei.
Dahinter stecke die Absicht, Priester
und Gläubige der Piusbruderschaft von der „bis jetzt gänzlich traditionellen“ Piusbruderschaft wegzulocken.
Bischof Williamson glaubt deshalb auch nicht, daß Rom das ‘Institut vom Guten Hirten’ aus Wohlwollen
gegenüber der katholischen Tradition gegründet hat.
„Die konziliaren Römer“ würden die absoluten
Ansprüche der „einen wahren Religion des einen wahren Gottes“ nicht verstehen.
Deswegen würden sie
ihr auch keine wirkliche Liebe und kein wahres Wohlwollen entgegenbringen.
Mons. Williamson kann sich
nicht vorstellen, daß die Piusbruderschaft die „großartige Arbeit“ von Erzbischof Lefebvre einer konziliaren
Kontrolle ausliefern würde.
Wenn es so käme, „hätten einige von uns Schwierigkeiten, zu folgen“.
Mons. Williamson wird auch gefragt, wie die Piusbruderschaft Rom gegenüber auftreten müßte:
„Mit Ehrerbietung,
mit Respekt, mit Barmherzigkeit, sogar mit Liebe – die Römer werden im nächsten Leben nicht viel Liebe
empfangen –, zugleich aber mit äußerster Klugheit.“
Wer mit dem Teufel speisen wolle, brauche einen
langen Löffel: Diese „Konziliaren“ würden sich – wenn auch nicht immer absichtlich – zu Instrumenten
des Teufels machen.
Er werde seine „Klugheit“ gegenüber den konziliaren Römern erst aufgeben, wenn
sie das Zweite Vatikanum klar und unzweideutig verurteilen und sie ihrer falschen konziliaren Religion
abschwören – so der Weihbischof.
Rom müsse sich zum
‘Syllabus’ von Pius IX. und zur Enzyklika ‘Pascendi’
von Pius X. bekennen.
Jahrzehntelang habe Joseph Ratzinger die Ergebnisse des Konzils kritisiert. Doch
als Kardinal oder jetzt als Papst habe er seine falschen Grundsätze niemals verurteilt:
„Er hat bis
jetzt nicht begriffen, daß die schlechten Resultate das Ergebnis falscher Prinzipien sind.“
Solange
er das nicht verstanden habe, werde Benedikt XVI. der Zerstörung der Kirche vorstehen.
Zum Schluß wird
Mons. Williamson gefragt, ob er sich an der
Rosenkranzaktion für den Papst beteiligt habe, die von der
Piusbruderschaft initiiert wurde.
Die Antwort: Er bete immer für den Papst, die Kardinäle, Bischöfe
und Priester, so wie es die Gottesmutter erwarte.