Theologie
Fakultäten vor dem Aus
Seit Jahren wurden sie totgesagt. Jetzt hat der Tod Bamberg und Passau tatsächlich erreicht.
Universitätsgelände Bamberg
Universitätsgelände Bamberg
© www.uni-bamberg.de
(kreuz.net, Passau) Das lange Tauziehen um die Zukunft der katholischen Fakultäten in Bayern nähert sich dem Ende.

Das berichtete am Samstag Radio Vatikan mit Bezug auf die ‘Katholische Nachrichtenagentur’.

Das bayerische Wissenschaftsministerium hat bestätigt, daß sich der Freistaat in langen Verhandlungen mit dem Vatikan geeinigt hat.

Schon in den nächsten Wochen wird sich das Bayrische Kabinett mit der Angelegenheit befassen. Dann soll der Landtag in München unterrichtet werden.

Zum Inhalt der Beschlüsse gibt es noch keine offiziellen Angaben.

Laut Zeitungsberichten haben sich beide Seiten darauf geeinigt, die katholisch-theologischen Fakultäten in Passau und Bamberg aufzulösen.

Die Katholisch-Theologische Fakultät in Passau verfügt derzeit noch über acht Lehrstühle und einer Professur. 1978 wurde sie noch mit 13 Lehrstühlen in die neu gegründete Universität Passau integriert.

Dr. Klaus Bieberstein
Dr. Klaus Bieberstein
© www.uni-bamberg.de
In Bamberg informierte der Dekan der Fakultät Katholische Theologie, Prof. Dr. Klaus Bieberstein, die Studenten am letzten Freitag über die Schließung der Fakultät.

Ein vorausgehender Zeitungsbericht in der Tageszeitung ‘Fränkischer Tag’ wurde durch den Bamberger Erzbischof, Mons. Ludwig Schick, bestätigt.

Die ‘Süddeutsche Zeitung’ weiß von einem Beschluß, die beiden Fakultäten „15 Jahre ruhen“ zu lassen.

Wegen staatlicher Sparzwänge und vergleichsweise niedriger Studentenzahlen vor allem im Diplomstudium stehen die staatlichen theologischen Fakultäten in Bayern seit Jahren unter Druck.

Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml hatte bereits 2005 in einem Zeitungsinterview den Kampf um seine Fakultät verloren gegeben.

Nicht geklärt ist offenbar, in welchem Umfang die Religionslehrerausbildung an den Standorten erhalten wird.

In Berichten ist nicht von Augsburg die Rede, obwohl dieser Standort ebenfalls im Visier des bayerischen Rechnungshofes war.

Als Trostpreis besteht die Möglichkeit, daß an den betroffenen Standorten wenigstens ein Theologisches Institut erhalten bleibt.

Dieses würde einer anderen Fakultät – zum Beispiel der philosophischen – zugeschlagen.