Freitag, 24. November 2006 15:41
Im Notfall notwendig?
Heute gaben der Bischof von St. Pölten und sein neu ernannter Weihbischof eine Pressekonferenz. Die Journalisten lenkten das Gespräch auch auf den ehelichen Akt hinter Latexbarrieren – und einer der zwei tat ihnen den Gefallen.
Der neue St. Pöltener Weihbischof, Mons. Anton Leichtfried
Der neue St. Pöltener Weihbischof, Mons. Anton Leichtfried
(kreuz.net, St. Pölten) Der designierte St. Pöltner Weihbischof, Mons. Anton Leichtfried (39), hielt heute seine erste Pressekonferenz.

Darüber berichtete der ‘Österreichische Rundfunk’.

Der ‘ORF’ nannte die in kirchlichen Kreisen als „skandalös“ bezeichnete Ernennung eine „Bilderbuchkarriere“.

Der zum progressistischen Lager gehörende Mons. Leichtfried erklärte selber, daß in den letzten Tagen viel auf ihn eingeströmt sei: „Ich werde wie bisher auf die Führung und Hilfe Gottes vertrauen.“

Der designierte Weihbischof will seinen Schwerpunkt in der Aus- und Fortbildung des Priesternachwuchses setzen.

Gleich nach seiner Ernennung erklärte er, weiterhin Regens für die zwei Seminaristen der Diözese zu bleiben.

Der neue Weihbischof wünscht sich Priester mit einem starken Glauben: „Ich brauche nicht Funktionäre, sondern Zeugen des Glaubens.“

Alles, was zur Stärkung eines ehrlichen Glaubens und des Idealismus beitrage, diene auch der Priesterberufung.

„Ich will meinen Beitrag leisten für ein gutes Miteinander, damit wir als Kirche die Sendung für die Menschen hier bei uns gut erfüllen“

Der St. Pöltener Bischof Klaus Küng ist überzeugt, daß mit der Ernennung von Mons. Leichtfried ein weiterer Schritt zur Konsolidierung der Diözese getan sei. Er freue sich sehr, einen „so guten“ Mitarbeiter im Bischofsamt zu bekommen.

Ferner kündigte Bischof Küng bei der Pressekonferenz an, das Bistum umstrukturieren zu wollen:

An erster Stelle stehe die Erneuerung von Verkündigung und Katechese. Daraus würden dann „mit Augenmaß und Dialog“ strukturelle Veränderungen zu überlegen sein:

„Gerade St. Pölten ist eine sehr josephinistisch geprägte Diözese mit teilweise extrem kleinen Pfarren, die nicht mehr mit den politischen Gemeinden übereinstimmen.“

Auf die Frage nach der ehelichen Vereinigung von HIV-Infizierten hinter Latexbarrieren leugnete Mons. Küng die katholische Morallehre:

Die Lösung sei nicht, überall Kondome zu verteilten. Es gebe aber Situationen, wo das notwendig sei – aber nicht als Grundprinzip.

Ein genauer Termin für die Bischofsweihe von Mons. Leichtfried steht noch nicht fest. Bei der Pressekonferenz wurde der Jahresbeginn 2007 genannt.

© Bild: Diözese St. Pölten
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