Dienstag, 12. Dezember 2006 17:12
Es hagelt Berufungen
Eine altrituelle Pfarrei im Elsaß bringt trotz eines sterbenden kirchlichen Umfeldes eine reiche Ernte ein. Von Dr. med. Stephan Puls.
In der Personalpfarrei St. Arbogast hat sich ein reges Gemeindeleben entwickelt.
In der Personalpfarrei St. Arbogast hat sich ein reges Gemeindeleben entwickelt.
(kreuz.net) Erst kürzlich errichtete der scheidende Erzbischof von Straßburg die Personalpfarrei St. Arbogast.

Dort betreuen der Deutsche Hw. Alexander Leonhardt und der Franzose Dr. Christian Gouyaud Gemeinden in Straßburg und Colmar.

Es hat sich bereits ein reges Gemeindeleben entwickelt.

So gibt es Pfadfinder, eine Gregorianikschola, Erwachsenenbildung und einen Studentenkreis.

Neben der Heiligen Messe wird am Sonntag abend auch die lateinische Vesper von den Gläubigen sehr gerne besucht.

Jeanne-Marie Kegelin
Jeanne-Marie Kegelin
Im Jahr 2004 erlitt eine der in der Gemeinde aktiven Familien einen schweren Schicksalsschlag.

Die 12jährige Jeanne-Marie Kegelin wurde vor ihrem Elternhaus verschleppt, brutal vergewaltigt und schließlich ermordet.

Jeanne-Marie war das jüngste von acht Kindern. Ihre Familie war in St. Arbogast von Anfang an dabei.

Der Täter war ein wegen ähnlicher Delikte mehrfach vorbestrafter und kurz vorher vorzeitig haftentlassener Mann.

Der älteste Bruder der Entführten, Abbé Louis-Dominique Kegelin, war damals Seminarist der Petrusbruderschaft in Wigratzbad. Er ist inzwischen Subdiakon im sechsten Studienjahr.

Die geistliche Fruchtbarkeit der Gemeinschaft St. Arbogast ist gewaltig.

Eine Reihe Seminaristen und heutige Priester der Diözese Straßburg erhielten hier den Rückhalt, um das modernistische Seminar und die heterodoxe theologische Straßburger Fakultät zu überstehen.


Elf Berufungen gingen bisher direkt aus St. Arbogast hervor, am weitesten fortgeschritten ist bisher Abbé Kegelin.

Im vierten Studienjahr in Wigratzbad befinden sich derzeit Renaud de Cazenove und Steve Paul Meyer.

Ein ehemaliges Mitglied der Pfarrei ist Benediktinermönch in Le Barroux. Einer trat diesen Herbst im altrituellen Institut Christkönig in Gricigliano ein, ein anderer bei der Petrusbruderschaft.

Die übrigen Seminaristen studieren für den Neuen Ritus.

Eine junge Frau legte im Benediktinerinnenkloster von Le Barroux ihre zeitliche Profeß ab. Zwei weitere sind Mitglieder von tätigen Frauenorden mit neuem Meßritus.

Diese jungen Menschen sind entweder in der Gemeinschaft St. Arbogast aufgewachsen oder haben die Personalpfarrei als Studenten kennengelernt.

St. Arbogast ist eine der wenigen blühenden Pfarreien in der ansonsten sterbenden Erzdiözese Straßburg.
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