18:46:53 | Montag, 22. Januar 2007
Der Bischof von Basel sprach kürzlich in einem Artikel vom Plan der Nationalsozialisten, das Christentum systematisch auszutilgen. Dabei zitierte er auch Reichskanzler Adolf Hitler.

Mons. Kurt Koch
© http://www.bistum-stgallen.ch/(kreuz.net) Der Basler Bischof Kurt Koch verfaßte für das ‘Pfarreiblatt Luzern’ einen Artikel über
den Kampf der Nationalsozialisten gegen die Katholische Kirche.
Mons. Koch zitiert dabei Worte der Karmeliterschwester
Teresia Benedicta a Cruce – geborene Edith Stein:
„Der Kampf gegen den Katholizismus wird vorläufig
noch in der Stille und in weniger brutalen Formen geführt wie gegen das Judentum, aber nicht weniger
systematisch.“
Das Zitat stammt aus einem
Brief der Karmelitin an Papst Pius XI. vom 20. April 1933.
Der Bischof bedauert, daß heute häufig nur an den Appell von Edith Stein erinnert werde, gegen die
Nationalsozialisten die Stimme zu erheben.
Es sei kaum mehr präsent, was Edith Stein klar gesehen habe:
„Daß nämlich der Kampf der Nationalsozialisten gegen das Judentum auch als Vorstufe zur Austilgung
des Christentums gedacht und geplant war.“
Auch die Tatsache, daß viele katholische Priester – allein
in Dachau 2.800 – in Konzentrationslagern eingekerkert wurden, bleibe heute oft unbeachtet.
Der Bischof
erinnert an die Tagebücher des damaligen Reichs-Propagandaministers Joseph Göbbels († 1945).
Diese
würden in großer Eindeutigkeit nicht nur Hitlers Judenhaß, sondern auch seine abgrundtiefe Abscheu
gegenüber dem Christentum dokumentieren.

„Nur ein Katholik kann den Katholizismus zerstören.“
Adolf Hitler vor der Marienkirche in Wilhelmshaven
„Hitler beurteilte das Christentum – vor allem in seiner katholischen
Gestalt – als »Abzweigung der jüdischen Rasse« und damit als Verjudung der Germanen.“
Im Katholizismus
habe er das Trojanische Pferd gesehen, das das Judentum ins Christentum einschleuse. Er habe versucht,
das Trojanische Pferd zu vernichten, um das Judentum ganz zu treffen.
In diesem Vernichtungskampf habe
sich Reichskanzler Hitler als „Werkzeug der Vorsehung Gottes“ gesehen.
Mons. Koch läßt Hitler selber
zu Wort kommen: „Die Vorsehung hat mich, einen Katholiken, berufen, dem Katholizismus den Garaus zu machen.
Nur ein Katholik kann den Katholizismus zerstören.“
Es habe Katholiken gegeben, welche die Schicksalsgemeinschaft
von Juden und Christen hellsichtig erkannt haben – erklärt der Bischof.
Als Beispiel nennt er einen
jungen Zögling im Knabenseminar: Joseph Ratzinger, den heutigen Papst Benedikt XVI.
Für den damals
Zwölfjährigen und seine Familie sei klar gewesen, daß man als Christ nur gegen den Nationalsozialismus
sein konnte: „Die Nazis wollten die Kirche nach dem Krieg eliminieren.“
Bischof Koch bedauert, daß der
Widerstand vieler Christen ungenügend gewesen sei.
Heute müsse die Schicksalsgemeinschaft zwischen
Christen und Juden im Gedächtnis behalten werden.
Der Bischof bekennt, daß die „unlösbare Zusammengehörigkeit“
von Christentum und Judentum von den Nationalsozialisten instinktiv besser erkannt worden sei als von
den Christen selber.
Bischof Koch schließt mit einem Zitat Johannes Paul II.: „Wer Jesus Christus begegnet,
begegnet dem Judentum.“