Nationalsozialismus
Ein Bischof über den nationalsozialistischen Kirchenkampf
Der Bischof von Basel sprach kürzlich in einem Artikel vom Plan der Nationalsozialisten, das Christentum systematisch auszutilgen. Dabei zitierte er auch Reichskanzler Adolf Hitler.
Mons. Kurt Koch
Mons. Kurt Koch
© http://www.bistum-stgallen.ch/
(kreuz.net) Der Basler Bischof Kurt Koch verfaßte für das ‘Pfarreiblatt Luzern’ einen Artikel über den Kampf der Nationalsozialisten gegen die Katholische Kirche.

Mons. Koch zitiert dabei Worte der Karmeliterschwester Teresia Benedicta a Cruce – geborene Edith Stein:

„Der Kampf gegen den Katholizismus wird vorläufig noch in der Stille und in weniger brutalen Formen geführt wie gegen das Judentum, aber nicht weniger systematisch.“

Das Zitat stammt aus einem Brief der Karmelitin an Papst Pius XI. vom 20. April 1933.

Der Bischof bedauert, daß heute häufig nur an den Appell von Edith Stein erinnert werde, gegen die Nationalsozialisten die Stimme zu erheben.

Es sei kaum mehr präsent, was Edith Stein klar gesehen habe:

„Daß nämlich der Kampf der Nationalsozialisten gegen das Judentum auch als Vorstufe zur Austilgung des Christentums gedacht und geplant war.“

Auch die Tatsache, daß viele katholische Priester – allein in Dachau 2.800 – in Konzentrationslagern eingekerkert wurden, bleibe heute oft unbeachtet.

Der Bischof erinnert an die Tagebücher des damaligen Reichs-Propagandaministers Joseph Göbbels († 1945).

Diese würden in großer Eindeutigkeit nicht nur Hitlers Judenhaß, sondern auch seine abgrundtiefe Abscheu gegenüber dem Christentum dokumentieren.

"Nur ein Katholik kann den Katholizismus zerstören."

Adolf Hitler vor der Marienkirche in Wilhelmshaven
„Nur ein Katholik kann den Katholizismus zerstören.“

Adolf Hitler vor der Marienkirche in Wilhelmshaven
„Hitler beurteilte das Christentum – vor allem in seiner katholischen Gestalt – als »Abzweigung der jüdischen Rasse« und damit als Verjudung der Germanen.“

Im Katholizismus habe er das Trojanische Pferd gesehen, das das Judentum ins Christentum einschleuse. Er habe versucht, das Trojanische Pferd zu vernichten, um das Judentum ganz zu treffen.

In diesem Vernichtungskampf habe sich Reichskanzler Hitler als „Werkzeug der Vorsehung Gottes“ gesehen.

Mons. Koch läßt Hitler selber zu Wort kommen: „Die Vorsehung hat mich, einen Katholiken, berufen, dem Katholizismus den Garaus zu machen. Nur ein Katholik kann den Katholizismus zerstören.“

Es habe Katholiken gegeben, welche die Schicksalsgemeinschaft von Juden und Christen hellsichtig erkannt haben – erklärt der Bischof.

Als Beispiel nennt er einen jungen Zögling im Knabenseminar: Joseph Ratzinger, den heutigen Papst Benedikt XVI.

Für den damals Zwölfjährigen und seine Familie sei klar gewesen, daß man als Christ nur gegen den Nationalsozialismus sein konnte: „Die Nazis wollten die Kirche nach dem Krieg eliminieren.“

Bischof Koch bedauert, daß der Widerstand vieler Christen ungenügend gewesen sei.

Heute müsse die Schicksalsgemeinschaft zwischen Christen und Juden im Gedächtnis behalten werden.

Der Bischof bekennt, daß die „unlösbare Zusammengehörigkeit“ von Christentum und Judentum von den Nationalsozialisten instinktiv besser erkannt worden sei als von den Christen selber.

Bischof Koch schließt mit einem Zitat Johannes Paul II.: „Wer Jesus Christus begegnet, begegnet dem Judentum.“