Kinderschlachtung
Der Abtreibungskardinal läßt seinen Hund bellen
Die österreichischen Kinderabtreiber können sich auf den Erzbischof von Wien verlassen. Sie erhalten von ihm eine diskrete und zuverlässige Rückendeckung. Hat sich Eminenz selber exkommuniziert? Ein Kommentar.
Demonstration gegen den Kinderschlachthof im Einkaufszentrum 'Lugner City'
Demonstration gegen den Kinderschlachthof im Einkaufszentrum ‘Lugner City’
(kreuz.net, Wien) Seit Jahren wiederholt sich die Geschichte wie das Amen in der Kirche:

Wenn sich österreichische Lebensschützer für ungeborene Menschen einsetzen, können sie sicher sein, daß der Wiener Kardinal Christoph Schönborn ihnen in den Rücken fallen wird.

In Österreich werden täglich 250 Kinder Opfer skrupelloser Abtreiber.

Doch mehr als allgemeine und zweideutige Wortspenden kann man vom Wiener Kardinal zu diesem Thema nie hören.

Der Kardinal hält sich bedeckt. Doch wenn jemand gegen das Blutbad an unseren Kindern protestiert, erwacht sein Zorn.

Dann zückt er, schon fast reflexartig, das Messer.

Das jüngste Beispiel?

Der Weihbischof von Salzburg, Mons. Andreas Laun, ist sich nicht zu schade, für das Leben der Kinder auf die Straße zu gehen.

Am Donnerstag stand er, der deshalb viel geschmäht wird, vor einem Kinderschlachthof in Wien.

„Lugner City: Hier ist Abtreibung ein Geschäft“
Rund 100 Demonstranten protestierten am Donnerstag gegen die Eröffnung eines weiteren Kinderschlachthofs."Menschenrechte auch für Ungeborene"Julia Blaimschein präsentiert die 3.400 bereits gesammelten Unterschriften.

Die Unterzeichner kaufen künftig nicht mehr in der Lugner City ein.

In einem anschließenden Interview erklärte der Weihbischof, daß jener Mann, der diesen Ort der Schande hätte verhindern können, exkommuniziert sei.

Der Angesprochene geriet ins Schwitzen. Er bekam einen Wutanfall, begann die Kirche zu verleumden und droht mit Klagen vor Gericht.

Kardinal Schönborn, der zur jüngsten Großdemonstration der Lebensschützer in seiner Stadt standhaft geschwiegen hatte, wurde plötzlich von seiner lähmenden Sprachlosigkeit befreit.

Er schickt seinen Pressesprecher, Erich Leitenberger, vor, um gegen den Weihbischof, der für die Kinder auf der Straße steht, zu bellen.

Es sei „kontraproduktiv“ zu sagen, daß die Mitwirkenden an einer Kinderabtreibung ipso facto exkommuniziert seien – bellte der Schloßhund seiner Eminenz.

Man dürfe das Engagement gegen die Abtreibung nicht „der Lächerlichkeit preisgeben“.

Welches „Engagement“, Herr Kardinal?

Akademische Diskussionen über Exkommunikation würden „sicher“ keinem einzigen Kind das Leben zu retten – so der Pressesprecher.

Saß der Kardinal im falschen Film? Akademische Diskussionen?

Der angegriffene Weihbischof stand am Tag zuvor ganz unakademisch an jener Stelle, wo der Erzbischof von Wien seinen Platz leer ließ.

Der Erzdiözese Wien gehe es „seit Jahrzehnten“ darum, das „Recht auf Leben“ zu verteidigen – behauptete der Pressesprecher des Kardinals unbeirrt weiter.

Stellen Sie sich der Wirklichkeit, Herr Kardinal.

Sie haben in der Vergangenheit wiederholt – und ohne gefragt zu werden – jene verleugnet, die für das Leben ungeborener Menschen arbeiten.

Der gleiche Verein ‘Jugend für das Leben’, der am Donnerstag vor dem Wiener Einkaufszentrum demonstrierte, organisierte im Dezember 2004 einen Postwurf gegen die Errichtung eines Kinderschlachthofs in Salzburg.

Die Jugendlichen kehrten mit einem erzbischöflichen Messer im Rücken nach Hause zurück.

Kaltschnäuzig bezeichnete Kardinal Schönborn die Postwurfsendung – von Wien aus – als „Aktionismus“ und „Polemik“, die in der Abtreibungsdebatte „nicht zielführend“ seien.

Zielführend? Was sind die Ziele des Erzbischofs von Wien?

Im vergangenen Dezember stellte ein Journalist dem Erzbischof von Wien eine präzise Frage:

„Werden Sie auch soweit gehen, daß man sagt, es soll eine Gesetzesänderung geben bei der Fristenlösung?“

Was war die Antwort des Kardinals? „Wir plädieren nicht für das Bestrafen von Frauen in Not.“

Mit dieser Formulierung stellte sich der Kardinal präzise – nach Inhalt und Intention – hinter das österreichische Gesetz über die Fristenlösung.

Tut der Kardinal von Wien wirklich nichts gegen die Kinderabtreibung?

Nichts wäre zuviel gesagt.

Immerhin hängte er der Generalsekretärin von ‘Aktion Leben Österreich’ – Gertraude Steindl – den päpstlichen Gregoriusorden um den Hals.

Der Verein ‘Aktion Leben Österreich’ befürwortet die künstliche Kinderverhütung und Präparate zur Frühabtreibung.

Er setzt sich auch für die Beibehaltung der Fristenlösung und für eine sogenannte „ergebnisoffene“ Schwangerschaftsberatung ein.

Herr Professor Doktor Christoph Maria Michael Hugo Damian Peter Adalbert Kardinal Graf von Schönborn, ist Ihnen ihr eigener Name heiliger als das Leben kleiner Kinder?