11:07:12 | Sonntag, 4. Februar 2007
15 Polizisten wurden kürzlich in Deutschland eingesetzt, um ein gesundes, 15jähriges Mädchen aus intaktem Elternhaus in die Psychiatrie abzuschleppen.

Die 15jährige Melissa – rechts oben – noch im Kreis ihrer Familie
(kreuz.net) Am 23. Dezember veröffentlichte die Tageszeitung ‘Erlanger Nachrichten’ das Bild einer festlichen
Idylle:
Hubert und Gudrun Busekros mit ihren sechs Kindern vor dem Adventskranz.
Solche Bilder hätten
inzwischen Seltenheitswert – schreibt die Zeitung: „Denn Familien in dieser Größe sind nur noch unter
der Ein-Prozent-Marke zu finden.“
Am ersten Februar fand die Familienidylle Busekros nach Angaben des
‘Netzwerks Bildungsfreiheit’ ein brutales Ende.
Melissa (15) – die älteste Tochter – wurde der Familie
mit Gewalt entrissen und zwangsweise in die Psychiatrie eingeliefert.
Jetzt sitzt das Mädchen im Klinikum
Nürnberg Nord, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Den Eltern wurde per richterlichem Beschluß
das Sorgerecht entzogen.
Die Tragödie begann im Sommer 2005. Damals schaffte
Melissa die Versetzung in die achte Klasse des Erlanger Christian-Ernst-Gymnasiums nicht. Grund: ungenügende
Leistungen in Latein und Mathematik.
In der Klasse war es sehr laut. Auch durch Stundenausfälle konnte
die Schülerin nicht optimal gefördert werden. Mit dem Sitzenbleiben wäre Melissa nach Angaben der Mutter
in eine noch problematischere Klasse geraten.
Darum griffen die Eltern zur Selbsthilfe: Melissa wurde
fortan zu Hause individuell unterrichtet und spezifisch gefördert.
Nur am Musikunterricht und im Chor
ihrer Schule nahm Melissa auf eigenen Wunsch weiterhin teil.
Doch das Gymnasium und das Schulamt wollten
nicht. Melissa wurde zwangsabgemeldet und der zuständigen Hauptschule zugeteilt.
Unbeirrt unterrichteten
die Eltern Busekros ihre Tochter weiterhin zu Hause, während die restlichen Busekros-Kinder normal zur
Schule gehen.
Mit Ablauf des Schuljahres 2005/2006 endete die Vollzeitschulpflicht für Melissa.
Dennoch
wandte sich das Jugendamt der Stadt Erlangen noch im August 2006 an das zuständige Familiengericht.
Das Gericht veranlaßte eine Anhörung der Eltern und ihrer ältesten Tochter.
Zum angesetzten Termin
erschien aber nur der Vater. Melissa befand sich gerade im Ausland.
Doch die Behörden ließen nicht
locker. Sie wollten genau wissen, wann sich Melissa wo aufhielt. Es kam sogar zu einem unangemeldeten
Besuch der Familienrichterin bei den Busekros.
Die Familie Busekros lebt nicht zurückgezogen und ist
bei den Nachbarn bekannt und beliebt.
Ihre Bereitschaft zu dem Fototermin für den Artikel der ‘Erlanger
Nachrichten’ zeigt, daß sie nichts zu verbergen haben.
Doch das reichte den Behörden nicht.
Frühmorgens
am Dienstag, dem 30. Januar 2007, wurden Mutter und Kinder – der Vater war schon bei der Arbeit – von
Vertretern des Jugendamtes Erlangen und Polizeibeamten überrascht.
Sie forderten die sofortige Herausgabe
von Melissa.
Die Einsatztruppe stützte sich auf einen Beschluß des Amtsgerichtes Erlangen vom Tag zuvor.
Dort heißt es:
„Das zuständige Jugendamt wird beauftragt und ermächtigt, das Kind notfalls durch Gewaltanwendung
zur Anhörung zuzuführen und sich hierzu der Unterstützung der polizeilichen Vollzugsorgane zu bedienen.“
Melissa wurde in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg verbracht und dort in Anwesenheit
des Kinder- und Jugendpsychiaters Dr. Siegfried Schanda befragt.
Im Anschluß an diese Anhörung wurde
Melissa – etwa dreieinhalb Stunden nach ihrer gewaltsamen Einlieferung ins Klinikum Nürnberg – in ihr
Elternhaus zurückgefahren.
Die Eltern und die fünf jüngeren Geschwistern waren erleichtert. Es war
ihnen nicht gesagt worden, ob und wann sie Melissa wiedersehen würden.
Doch der große Schock stand
ihnen noch bevor.
Am Nachmittag des 1. Februar rückten die Familienrichterin, Vertreter des Jugendamtes
Erlangen sowie fünfzehn Polizisten erneut an.
Ziel der Operation: ein erneuter Transport von Melissa
in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg.
Der richterliche Beschluß, mit dem diese
Maßnahme gestützt wurde, enthält nach Auskunft des Vaters, Hubert Busekros, auch den sofortigen Entzug
der elterlichen Sorge.
Die Maßnahme wurde mit einer angeblichen, einjährigen Entwicklungsverzögerung
des Mädchens sowie mit einer Schulphobie begründet.
Es ist unklar, wann Eltern und Geschwister Melissa
wieder sehen werden.
Das offizielle Vorgehen bei der Diagnose „Schulphobie“ besteht nämlich darin, den
Kontakt zu den nächsten Bezugspersonen – der als „vereinnahmend“ betrachtet wird – zunächst völlig
zu unterbinden.