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„Notfalls durch Gewaltanwendung“
15 Polizisten wurden kürzlich in Deutschland eingesetzt, um ein gesundes, 15jähriges Mädchen aus intaktem Elternhaus in die Psychiatrie abzuschleppen.
Die 15jährige Melissa - rechts oben - noch im Kreis ihrer Familie
Die 15jährige Melissa – rechts oben – noch im Kreis ihrer Familie
(kreuz.net) Am 23. Dezember veröffentlichte die Tageszeitung ‘Erlanger Nachrichten’ das Bild einer festlichen Idylle:

Hubert und Gudrun Busekros mit ihren sechs Kindern vor dem Adventskranz.

Solche Bilder hätten inzwischen Seltenheitswert – schreibt die Zeitung: „Denn Familien in dieser Größe sind nur noch unter der Ein-Prozent-Marke zu finden.“

Am ersten Februar fand die Familienidylle Busekros nach Angaben des ‘Netzwerks Bildungsfreiheit’ ein brutales Ende.

Melissa (15) – die älteste Tochter – wurde der Familie mit Gewalt entrissen und zwangsweise in die Psychiatrie eingeliefert.

Jetzt sitzt das Mädchen im Klinikum Nürnberg Nord, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Den Eltern wurde per richterlichem Beschluß das Sorgerecht entzogen.

Melissa im Kreis ihrer Familie
Im Sommer 2005 schaffte Melissa Busekros wegen ungenügender Leistungen in Mathematik und Latein die Versetzung in die achte Klasse nicht.Um das Mädchen individuell zu fördern und vor der Wiederholung in einer sehr problematischen Klasse zu bewahren, erhielt Melissa Unterricht zu Hause.Das musisch begabte Mädchen nahm auf ihren Wunsch hin noch am Musikunterricht und im Chor ihrer Schule teil.

Die Tragödie begann im Sommer 2005. Damals schaffte Melissa die Versetzung in die achte Klasse des Erlanger Christian-Ernst-Gymnasiums nicht. Grund: ungenügende Leistungen in Latein und Mathematik.

In der Klasse war es sehr laut. Auch durch Stundenausfälle konnte die Schülerin nicht optimal gefördert werden. Mit dem Sitzenbleiben wäre Melissa nach Angaben der Mutter in eine noch problematischere Klasse geraten.

Darum griffen die Eltern zur Selbsthilfe: Melissa wurde fortan zu Hause individuell unterrichtet und spezifisch gefördert.

Nur am Musikunterricht und im Chor ihrer Schule nahm Melissa auf eigenen Wunsch weiterhin teil.

Doch das Gymnasium und das Schulamt wollten nicht. Melissa wurde zwangsabgemeldet und der zuständigen Hauptschule zugeteilt.

Unbeirrt unterrichteten die Eltern Busekros ihre Tochter weiterhin zu Hause, während die restlichen Busekros-Kinder normal zur Schule gehen.

Mit Ablauf des Schuljahres 2005/2006 endete die Vollzeitschulpflicht für Melissa.

Dennoch wandte sich das Jugendamt der Stadt Erlangen noch im August 2006 an das zuständige Familiengericht.

Das Gericht veranlaßte eine Anhörung der Eltern und ihrer ältesten Tochter.

Zum angesetzten Termin erschien aber nur der Vater. Melissa befand sich gerade im Ausland.

Doch die Behörden ließen nicht locker. Sie wollten genau wissen, wann sich Melissa wo aufhielt. Es kam sogar zu einem unangemeldeten Besuch der Familienrichterin bei den Busekros.

Die Familie Busekros lebt nicht zurückgezogen und ist bei den Nachbarn bekannt und beliebt.

Ihre Bereitschaft zu dem Fototermin für den Artikel der ‘Erlanger Nachrichten’ zeigt, daß sie nichts zu verbergen haben.

Doch das reichte den Behörden nicht.

Frühmorgens am Dienstag, dem 30. Januar 2007, wurden Mutter und Kinder – der Vater war schon bei der Arbeit – von Vertretern des Jugendamtes Erlangen und Polizeibeamten überrascht.

Sie forderten die sofortige Herausgabe von Melissa.

Die Einsatztruppe stützte sich auf einen Beschluß des Amtsgerichtes Erlangen vom Tag zuvor. Dort heißt es:

„Das zuständige Jugendamt wird beauftragt und ermächtigt, das Kind notfalls durch Gewaltanwendung zur Anhörung zuzuführen und sich hierzu der Unterstützung der polizeilichen Vollzugsorgane zu bedienen.“

Melissa wurde in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg verbracht und dort in Anwesenheit des Kinder- und Jugendpsychiaters Dr. Siegfried Schanda befragt.

Im Anschluß an diese Anhörung wurde Melissa – etwa dreieinhalb Stunden nach ihrer gewaltsamen Einlieferung ins Klinikum Nürnberg – in ihr Elternhaus zurückgefahren.

Die Eltern und die fünf jüngeren Geschwistern waren erleichtert. Es war ihnen nicht gesagt worden, ob und wann sie Melissa wiedersehen würden.

Doch der große Schock stand ihnen noch bevor.

Am Nachmittag des 1. Februar rückten die Familienrichterin, Vertreter des Jugendamtes Erlangen sowie fünfzehn Polizisten erneut an.

Ziel der Operation: ein erneuter Transport von Melissa in die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums Nürnberg.

Der richterliche Beschluß, mit dem diese Maßnahme gestützt wurde, enthält nach Auskunft des Vaters, Hubert Busekros, auch den sofortigen Entzug der elterlichen Sorge.

Die Maßnahme wurde mit einer angeblichen, einjährigen Entwicklungsverzögerung des Mädchens sowie mit einer Schulphobie begründet.

Es ist unklar, wann Eltern und Geschwister Melissa wieder sehen werden.

Das offizielle Vorgehen bei der Diagnose „Schulphobie“ besteht nämlich darin, den Kontakt zu den nächsten Bezugspersonen – der als „vereinnahmend“ betrachtet wird – zunächst völlig zu unterbinden.