09:00:09 | Montag, 5. Februar 2007
„Alles, was man über Abtreibung wissen muß, steht im fünften Gebot“ – erklärte der Wiener Kardinal Schönborn zur Neueröffnung eines Wiener Kinderschlachthofs: „Die Zahl der Abtreibungen ist durch die Verhütung offenbar nicht zurückgegangen.“

Titelblatt der ‘Kronenzeitung’ vom Montag
(kreuz.net, Wien) Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, äußerte sich gestern zur jüngsten
Eröffnung eines Kinderschlachthofs im Wiener Einkaufszentrum ‘Lugner City’.
Der Kardinal sprach mit
der österreichischen Boulevardzeitung ‘Neue Kronenzeitung’.
Der Titel der heute erschienenen Reportage:
„Kardinal Schönborn traurig über Abtreibung im Kaufhaus: Das Leben darf nicht verlugnern“.
„Die Vernichtung
von Leben darf nicht banalisiert und wie eine Einkaufstour gewertet werden“ – erklärte der Kardinal.
Es dürfe nicht sein, daß eine Gesellschaft die Tötung menschlichen Lebens als Ausweg anerkennt: „Alles,
was man über Abtreibung wissen muß, steht im fünften Gebot.“
Kardinal Schönborn strafte auch die
Verhütungspropaganda Lügen: „Die Zahl der Abtreibungen ist durch die Verhütung offenbar nicht zurückgegangen.“
Eine persönliche BegebenheitDer Kardinal erzählte der ‘Kronenzeitung’ ferner eine persönliche Begebenheit.
Vor Jahren sei er einem jungen Paar gegenübergesessen. Die sehr junge Frau sei ungewollt schwanger gewesen
und habe unter großem Druck der Eltern gestanden – berichtete der Kardinal:
„Es ist für mich eine der
schönsten Erinnerungen, wie sich dieses Paar in tiefen Gesprächen trotzdem für das Leben entschieden
hat.“
Heute habe diese Familie vier Kinder: „Nicht davon belastet, ihr Leben, ihre Zukunft auf der Tötung
eines eigenen Kindes aufgebaut zu haben.“
Der Kardinal bedauerte, daß viel zu wenig über die seelischen
Folgen der Abtreibung geredet werde.
Mütter in sozialer Not?Zur Frage nach den Müttern in sozialer
Not, die ihre Kinder nicht in dieser „schwierigen Welt“ aussetzen möchten, erinnerte Kardinal Schönborn
an die Kriegsgeneration: „Unsere Mütter und Großmütter haben so viele Kinder unter wesentlich härteren
Bedingungen geboren und aufgezogen.“
Es sei möglicherweise eine Krankheit der Zeit, so etwas wie Glücks-
und Wohlstandsgarantie zu erwarten.
Kinderabtreibung im Einkaufszentrum ‘Lugner City’Der Kirchenfürst
erklärte auch, daß er dem Hausherrn der Abtreibungsanstalt in der ‘Lugner City’, Baumeister Richard
Lugner, ins Gewissen geredet habe.
Er habe mit Lugner besprochen, daß die Tötung eines ungeborenen
Kindes nicht Angebot einer Konsumhalle sein dürfe: „Ein Signal für Verlugnerung.“
Die Frage, ob sich
ein Mensch schuldig mache, wenn er die Möglichkeit zur Kinderabtreibung schaffe, erklärte der Kardinal
zur Gewissensfrage. Die müsse sich Herr Lugner stellen – selbst wenn er sage, keinen Einfluß auf eine
Schließung „dieser Praxis“ nehmen zu können.
Eine Exkommunikation Lugners zog der Kardinal nicht in
Betracht. Die Aussage des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun, daß Lugner ipso facto exkommuniziert
sei, wollte Kardinal Schönborn vor der ‘Kronenzeitung’
nicht kommentieren.
Es müsse aber erlaubt sein,
daß Menschen gegen Tötung von ungeborenen Kindern
demonstrieren – fügte er hinzu.
Kardinal Schönborn
wies abschließend darauf hin, daß das Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginne:
„Auch
ungeborene Kinder sind Menschen, die man nicht töten darf.“