Kinderschlachtung
Hehre Worte
„Alles, was man über Abtreibung wissen muß, steht im fünften Gebot“ – erklärte der Wiener Kardinal Schönborn zur Neueröffnung eines Wiener Kinderschlachthofs: „Die Zahl der Abtreibungen ist durch die Verhütung offenbar nicht zurückgegangen.“
Titelblatt der 'Kronenzeitung' vom Montag
Titelblatt der ‘Kronenzeitung’ vom Montag
(kreuz.net, Wien) Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, äußerte sich gestern zur jüngsten Eröffnung eines Kinderschlachthofs im Wiener Einkaufszentrum ‘Lugner City’.

Der Kardinal sprach mit der österreichischen Boulevardzeitung ‘Neue Kronenzeitung’.

Der Titel der heute erschienenen Reportage: „Kardinal Schönborn traurig über Abtreibung im Kaufhaus: Das Leben darf nicht verlugnern“.

„Die Vernichtung von Leben darf nicht banalisiert und wie eine Einkaufstour gewertet werden“ – erklärte der Kardinal.

Es dürfe nicht sein, daß eine Gesellschaft die Tötung menschlichen Lebens als Ausweg anerkennt: „Alles, was man über Abtreibung wissen muß, steht im fünften Gebot.“

Kardinal Schönborn strafte auch die Verhütungspropaganda Lügen: „Die Zahl der Abtreibungen ist durch die Verhütung offenbar nicht zurückgegangen.“

Eine persönliche Begebenheit

Der Kardinal erzählte der ‘Kronenzeitung’ ferner eine persönliche Begebenheit.

Vor Jahren sei er einem jungen Paar gegenübergesessen. Die sehr junge Frau sei ungewollt schwanger gewesen und habe unter großem Druck der Eltern gestanden – berichtete der Kardinal:

„Es ist für mich eine der schönsten Erinnerungen, wie sich dieses Paar in tiefen Gesprächen trotzdem für das Leben entschieden hat.“

Heute habe diese Familie vier Kinder: „Nicht davon belastet, ihr Leben, ihre Zukunft auf der Tötung eines eigenen Kindes aufgebaut zu haben.“

Der Kardinal bedauerte, daß viel zu wenig über die seelischen Folgen der Abtreibung geredet werde.

Mütter in sozialer Not?

Zur Frage nach den Müttern in sozialer Not, die ihre Kinder nicht in dieser „schwierigen Welt“ aussetzen möchten, erinnerte Kardinal Schönborn an die Kriegsgeneration: „Unsere Mütter und Großmütter haben so viele Kinder unter wesentlich härteren Bedingungen geboren und aufgezogen.“

Es sei möglicherweise eine Krankheit der Zeit, so etwas wie Glücks- und Wohlstandsgarantie zu erwarten.

Kinderabtreibung im Einkaufszentrum ‘Lugner City’

Der Kirchenfürst erklärte auch, daß er dem Hausherrn der Abtreibungsanstalt in der ‘Lugner City’, Baumeister Richard Lugner, ins Gewissen geredet habe.

Er habe mit Lugner besprochen, daß die Tötung eines ungeborenen Kindes nicht Angebot einer Konsumhalle sein dürfe: „Ein Signal für Verlugnerung.“

Die Frage, ob sich ein Mensch schuldig mache, wenn er die Möglichkeit zur Kinderabtreibung schaffe, erklärte der Kardinal zur Gewissensfrage. Die müsse sich Herr Lugner stellen – selbst wenn er sage, keinen Einfluß auf eine Schließung „dieser Praxis“ nehmen zu können.

Eine Exkommunikation Lugners zog der Kardinal nicht in Betracht. Die Aussage des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun, daß Lugner ipso facto exkommuniziert sei, wollte Kardinal Schönborn vor der ‘Kronenzeitung’ nicht kommentieren.

Es müsse aber erlaubt sein, daß Menschen gegen Tötung von ungeborenen Kindern demonstrieren – fügte er hinzu.

Kardinal Schönborn wies abschließend darauf hin, daß das Leben mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginne:

„Auch ungeborene Kinder sind Menschen, die man nicht töten darf.“