15:53:07 | Dienstag, 6. Februar 2007
Der Fall eines normalen 15jährigen Mädchens, das von den Behörden aus ihrem Elternhaus verschleppt wurde, erschüttert gegenwärtig Deutschland.

Melissa wurde in der Psychiatrie zwangseingeliefert
(kreuz.net) Am ersten Februar führten 15 Polizisten die gesunde, 15jährige Melissa aus einem intaktem
Elternhaus in die Psychiatrie.
Die Familie ist evangelisch-reformiert und gehört zur Hugenottenkirche
in Erlangen.
Der Vater von Melissa, Hubert Busekros, hat inzwischen einen Antrag zur sofortigen Aussetzung
der Vollziehung gestellt.
Damit wurde die Akte zur Entscheidung an das Oberlandesgericht Nürnberg weitergereicht.
Wieso ist Melissa nicht auf ein anderes Gymnasium gewechselt, wo es doch
in Erlangen ingesamt sieben Gymnasien gibt?Hubert Busekros: Melissa wollte gern in ihrer Klasse bleiben.
Deshalb haben wir auch um den Verbleib in der Schule geklagt.
Doch beim Staat ist der Wunsch eines Kindes
offenbar von geringer Bedeutung. Wie es scheint, wissen die Behörden am besten, was für ein Kind gut
ist.
Warum befand sich die 15jährige zum Termin der Verhandlung vor dem Familiengericht ausgerechnet
allein im Ausland?Hubert Busekros: Das Mädchen unterstand keinen gerichtlichen Reiseeinschränkungen.
Außerdem war Ferienzeit.
Wieso hat die Familie ihre anderen fünf Kinder auf den staatlichen Schulen
belassen, wenn diese offenbar so schlecht sind?Hubert Busekros: Weil unsere Kinder es so gewünscht
haben. Wir bemühen uns, die Persönlichkeit unserer Kinder zu respektieren. Der staatliche Bildungseinheitsbrei
taugt nicht für jedermann.
Aber Melissa ist schulpflichtig…Hubert Busekros: Nein, die Schulpflicht
war bereits zu Ende.
Warum berichten die örtlichen Tageszeitungen nicht über den Fall?Hubert Busekros:
Die lokale Zeitung hat bestimmt, daß es keinen Bericht geben werde. Es handle sich um eine persönliche
Angelegenheit, die nicht von öffentlichem Interesse sei. Wes Brot ich eß, des Lied ich pfeif – oder
ich bleib stumm.
Wie geht es Melissa in der Psychiatrie?Hubert Busekros: Melissa ist eine gefestigte
Persönlichkeit. Sie scheint den Schock, in dem unsere Familie gegenwärtig lebt, am besten von uns allen
zu verkraften.
Ist klar, wie lange Ihre Tochter in der Psychiatrie bleiben soll?Hubert Busekros: Auf
Wunsch des Gutachters soll Melissa eine Woche interniert bleiben. Aber letztlich entscheidet das Jugendamt
Erlangen.
Wie gedenken Sie weiter zu handeln?Hubert Busekros: Ich fordere den Oberbürgermeister von
Erlangen als oberster Dienstherr des Jugendamtes auf, umgehend dafür zu sorgen, daß unsere Tochter freigelassen
wird.