Samstag, 8. Januar 2005 10:16
Weihnachten nach dem alten Kalender + Vielleicht hat die katholische Kirche Recht + Flutkatastrophe: 21 Millionen für die Abtreibung der Überlebenden + Glaubenszweifel trotz „sola fide“ + Die Abtreibung schlachtet vor allem Mädchen
Weihnachten nach dem alten KalenderRußland. Am 6./7. Januar feierten jene Teile der orthodoxen Gemeinschaft
das Weihnachtsfest, die sich an den alten julianischen Kalender halten. Zu ihnen gehören die orthodoxen
Russen. In den russisch-orthodoxen Missionspfarreien von Südostasien wurden die Weihnachtsgottesdienste
nach einem Bericht des Moskauer Radiosenders „Radio Mayak“ in „gedämpfter Atmosphäre“ zelebriert. In
Betlehem versammelten sich mehr als 1.000 Orthodoxe zur Abendliturgie in der Geburtsbasilika. Der Ehrengast
in der Geburtskirche von Bethlehem war der palästinensische Präsidentschaftskandidat Mahmud Abbas. Abbas
ist ein Moslem. Er hatte bereits am 24. Dezember an der katholischen Christmette teilgenommen, die in
der neben der orthodoxen Geburtsbasilika gelegenen Katharinenkirche zelebriert wurde. Ein Pflichttermin,
so heißt es.
Vielleicht hat die katholische Kirche RechtDeutschland. Nach einem Bericht der „Hamburger
Morgenpost“ verglich der evangelische Pastor der St.-Michaelis-Kirche in Hamburg, Christian Rüß, in
einer Andacht am vergangenen Mittwoch die Kinder, die in der südostasiatischen Flutwelle starben oder
zu Waisen wurden, mit den Opfern der Kinderabtreibung: „Menschen fragen, wie Gott diese Flut zulassen
konnte“, so Pastor Rüß während der Andacht, „aber vielleicht hat die katholische Kirche Recht, wenn
sie sagt: ‘Was beschwert ihr euch?’ Denn bei uns werden jedes Jahr 200.000 Kinder abgetrieben.“ Deutschland
könne sich daher nicht als besonders kinderfreundlich hinstellen. „Wie kann man Gott anklagen und gleichzeitig,
wenn man selbst die Macht hat, Leben zu erhalten, sich gegen dieses Leben entscheiden?“
Flutkatastrophe:
21 Millionen für die Abtreibung der ÜberlebendenSüdostasien. Ein makabrer Spendenaufruf für Südostasien
ist vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen „UNFPA“ (United Nations Populations Division) ausgegangen.
Die „UNFPA“ bat am 6. Januar willige Spender um die milde Gabe von umgerechnet 21 Millionen Euro für
die schwergeprüften Katastrophengebiete Südostasiens. Das Geld werde für den „Wiederaufbau der Fortpflanzungs-Gesundheitsdienste“
benötigt. US-amerikanische Lebensschutzorganisationen stellten klar, daß hier Geld für Kondome, frühabtreibende
Präparate und mobile Abtreibungsstationen gesammelt wird.
Glaubenszweifel trotz „sola fide“Deutschland.
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der evangelische Bischof Wolfgang Huber,
hat wie schon früher der
anglikanische Primas, Rowan Williams, Glaubenszweifel eingestanden. In der TV-Sendung
„N24 – Studio Friedman“ meinte der Vorsteher der protestantischen Kirche in Deutschland angesichts der
Flutkatastrophe: „Ja, ich zweifle auch an Gott.“ Der Protestant vertrat die Ansicht, daß es für das
Unglück keine theologische Erklärung gebe.
Die Abtreibung schlachtet vor allem MädchenChina. Die
gezielte Abtreibung von Mädchen soll in China unter Strafe gestellt werden, um das gegenwärtige fatale
Ungleichgewicht der Geschlechter zu korrigieren. Eine Kommission werde damit beginnen, eine Änderung
des Strafgesetzes zu erarbeiten. Mit ihrem Vorstoß will die Regierung in Peking bis zum Jahr 2010 die
Geschlechterverteilung in China wieder ausgleichen. Die gezielte Abtreibung von Mädchen ist in China
zwar bereits verboten, wird aber nicht bestraft. 100 neugeborenen Mädchen stehen in China nach offiziellen
Angaben 119 Buben gegenüber. Dieses schon seit Jahrzehnten bestehende Ungleichgewicht hat im Land bereits
zu Frauenhandel und einem Ausufern der Prostitution geführt.