Familienpolitik
Bischof Mixa gegen Gebärmaschinen
Der Bischof von Augsburg hat sich mit scharfen Worten gegen die deutsche Familienministerin gewandt. Diese erhebe die Doppelverdiener-Ehe zu einem „ideologischen Fetisch“.
Familienminsterin Ursua von der Leyen
Familienminsterin Ursua von der Leyen
(kreuz.net, Augsburg) Der Bischof von Augsburg, Mons. Walter Mixa, hat die Pläne zu Kinderbetreuungs- einrichtung von Familienministerin Ursula von der Leyen scharf kritisiert.

Das berichtete die katholische Nachrichtenagentur ‘KNA’.

Diese Pläne seien „schädlich für Kinder und Familien und einseitig auf eine aktive Förderung der Erwerbstätigkeit von Müttern mit Kleinkindern fixiert“, erklärt der Bischof am Donnerstag in Augsburg.

Die Familienpolitik der Ministerin richte sich in erster Linie darauf, „junge Frauen als Arbeitskräftereserve für die Industrie zu rekrutieren“. Sie diene nicht dem Kindeswohl oder der Stärkung der Familie.

Frau von der Leyen will in den nächsten sechs Jahren 500.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze einrichten. Dies hätte Kosten von jährlich rund drei Milliarden Euro zur Folge.

Insgesamt will die Ministerin, daß in den kommenden Jahren rund 750.000 Kleinkinder in Krippen und von Tagesmüttern betreut werden. Derzeit befinden sich etwa 250.000 Kinder in solchen Betreuungseinrichtungen.

Bischof Mixa kritisiert, daß das Familienministerium andere Familienleistungen kürzen wolle, um neue Einrichtungen der Kinderbetreuung zu finanzieren. Das sei ein „gesellschaftspolitischen Skandal“.

Diese Denkmuster würden an die Ideologie der staatlichen Fremdbetreuung von Kindern in der DDR erinnern.

Durch eine derartige Politik werde die Doppelverdiener-Ehe geradezu zu einem „ideologischen Fetisch“ erhoben.

Wer Mütter durch finanzielle Vorteile dazu anrege, ihre Kleinkinder bereits kurz nach der Geburt in staatliche Betreuung zu geben, degradiere sie zu einer „Gebärmaschine“.

Mons. Mixa schlug statt dessen vor, Mütter dafür zu gewinnen, ihre Kinder in den ersten drei Lebensjahren überwiegend oder ausschließliche zu Hause zu erziehen und sie dabei finanziell zu fördern.

Der Bischof unterstüzt deshalb die Forderung des ‘Familienbundes der Katholiken’ nach einem Erziehungsgehalt für alle Eltern. Damit könnten wahlweise die Kosten einer außerfamiliären Betreuung oder die Lohnausfälle in Folge einer Kindererziehung ausgeglichen werden.

Ferner forderte Mons. Mixa, Kindererziehungszeiten für die Pensionsversicherung anzuerkennen.

Kritik äußerte Mons. Mixa außerdem an der Tatsache, daß im Familienministerium immer noch die selben Mitarbeiter und Berater wie in Zeiten der Rot-Grün-Regierung tätig seien:

„Da herrschen immer noch die alten sozialistischen Vorstellungen, die von der neuen Familienministerin jetzt mit dem Etikett ‘christdemokratisch’ geadelt werden.“