11:01:01 | Sonntag, 11. März 2007
Es gibt im Menschen keine Fähigkeit, die Sprache von selber zu erlernen. Ganz im Gegenteil. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.

(kreuz.net) Niemand weiß, wie die sogenannten Urmenschen sprechen lernten.
Nur die Evolutionisten sind
sich gewiß, daß die ersten Menschen das von sich aus machten – ohne Lehrer, schrittweise, in Tausenden
von Jahren.
Leider gibt es über diese Anfänge keine Tonbandaufzeichnungen. Dafür existiert eine Reihe
von Berichten über Kinder, die ohne sprachliche Zuwendung aufwuchsen.
So ließ der ägyptische Pharao
Psammetich I. († 610 v. Chr.) zwei Kleinkinder von einem Hirten in der Wildnis und völlig isoliert aufziehen.
Dem Hirten wurde verboten, mit den Kindern zu sprechen.
Der Pharao wollte mit seinem Experiment herausfinden,
was die älteste und ursprünglichste Sprache der Welt sei.
Nach zwei Jahren stellte sich heraus, daß
die Kinder nicht sprechen konnten.
Der Stauferkaiser Friedrich II. († 1250) wiederholte im Hochmittelalter
ein ähnliches Experiment. Auch in diesem Fall lernten die Kinder nicht sprechen.
Es gibt Fälle von
Kindern, die nach Unglücksfällen alleine im Wald aufwuchsen.
Im Januar 1800 entdeckten drei Jäger
den ungefähr zehnjährigen Victor de l’Aveyron, der später im kleinen Dorf Saint-Sernin-sur-Rance im
Departement Aveyron zwischen Toulouse und Montpellier aufgegriffen wurde.
Victor sprach keine Sprache –
weder eine bekannte noch eine neu generierte.
Nach sechs Jahren geduldigem Unterricht konnte er lediglich
ein paar geschriebene Wörter erkennen. Sprechen lernte er so gut wie nicht.
Die sensible Phase des Spracherwerbs
war bei ihm offensichtlich völlig verpaßt worden. Ein ähnlicher Fall wurde im 20. Jahrhundert in Kalifornien
beschrieben.
Bis zum Alter von etwa zehn Jahren lernen Kinder Fremdsprachen wie von selber.
Sie sind
in der Lage, das grammatikalische Regelwerk aus dem sprachlichen Input ihrer Umgebung zu extrahieren und
Wortschatz und Aussprache ohne systematischen Unterricht zu erlernen.
Mit der Pubertät geht diese Fähigkeit
verloren.
Die meisten Erwachsenen müssen neue Sprachen, obwohl sie sich als Kinder eine Kompetenz in
ihrer Muttersprache erworben haben, mühsam und langwierig aktiv pauken.
Es ist heutigen Menschen – die
nach Angaben der Evolutionstheoretiker ein „hochentwickeltes Gehirn“ besitzen – nicht möglich, eine Sprache
ohne die Hilfe bereits sprachbegabter Menschen zu lernen.
Von der Evolutionstheorie hypothetisierte Frühmenschen
besaßen definitionsgemäß keine solchen hochentwickelten Gehirnvoraussetzungen zum Spracherwerb.
Die
Annahme einer evolutiven Sprachentwicklung benötigt deshalb einen evolutionstheoretischen Glauben, der
von vielen Unbekannten und Widersprüchen ausgehen muß.