Kardinal Lehmann
„Ich glaube nicht an die Kirche“
Militante Atheisten sind zur Zeit gespannt, wie Bischöfe und Vatikan auf eine „fast freigeistig klingende Äußerung“ eines deutschen Kardinals reagieren werden.
Kardinal Lehmann in der Sendung "Quergefragt"
Kardinal Lehmann in der Sendung „Quergefragt“
(kreuz.net, Mainz) „Ich glaube nicht an Kirche und Christentum.“

Das erklärte Karl Kardinal Lehmann von Mainz am Mittwoch abend in der Sendung „Quergefragt“ des Fernsehsenders ‘Südwestrundfunk’.

Kardinal Lehmann diskutierte im Mainzer Staatstheater mit der buddhistischen Nonne Bhikshuni Tenzin Wangmo, dem Vorsitzenden der religionsfeindlichen ‘Giordano Bruno Stiftung’, Michael Schmidt-Salomon, und dem ehemaligen Sprecher der deutschen ‘Tagesschau’, Wilhelm Wieben.

Das Thema der Sendung lautete: „Zwischen Himmel und Hölle – Gibt es ein Leben nach dem Tod?“

Dabei erklärte Kardinal Lehmann, daß er nicht an die Kirche glaube, sondern nur an Gott.

Der Kardinal wiederholte seine Aussage auf eine erstaunte Nachfrage der Moderatorin.

Man könne letzten Endes nur an Gott glauben, erklärte der Kardinal. Die Kirche sei ein Werkzeug, ein Mittel, um das hier und heute zu verwirklichen, was Gott von uns wolle:

„Aber die Kirche gehört immer sozusagen in die zweite Ordnung unterhalb Gottes. Sie ist immer Mittel zum Zweck. Sie wird eines Tages aufhören.“

Man könne im Blick auf die Kirche nie so von Glauben reden wie mit Blick auf Gott – korrigierte der Kardinal seine Aussage. Das sei theologische Überzeugung über Jahrhunderte hinweg.

Kritik der Kirchenfeinde

Der gottlose Michael Schmidt-Salomon
Der gottlose Michael Schmidt-Salomon
Der Nachrichtendienst der kirchenfeindlichen ‘Giordano Bruno Stiftung’ ‘humanistischer pressedienst’ bezeichnet den Kardinal wegen seiner Aussage – mit Anführungszeichen – als „Ketzer“.

Der Nachrichtendienst verweist auf das katholische Glaubensbekenntnis: „Ich glaube an die heilige, katholische und apostolische Kirche“ – wissen die militanten Atheisten.

Mit seiner Aussage, daß die Kirche irgendwann aufhören würde, sei Kardinal Lehmann – so der ‘humanistische pressedienst’ – sogar noch einen Schritt weitergegangen.

Der gottlose Religions- und Kirchenfeind Schmidt-Salomon weiß nicht, wie „Herr Lehmann“ seine Aussage in Einklang mit der Lehre der Kirche bringt.

Man dürfe gespannt sein, wie die anderen deutschen Bischöfe und der Vatikan auf diese „fast freigeistig klingenden Äußerungen“ des Kardinals reagieren würden.

Daß der Mainzer Bischof der „streng-dogmatischen Theologie“ des gegenwärtigen Papstes wenig abgewinnen könne, sei „selbstverständlich“ schon vorher klar gewesen – urteilte der Religionsfeind:

„Wie gravierend diese Unterschiede aber tatsächlich sind, hat erst diese Sendung des Südwestrundfunks aufgezeigt.“