16:04:01 | Donnerstag, 22. März 2007
Die Evolutionstheorie glaubt, daß eine höhere Kultur eine höherentwickelte Sprache hervorbringt. Doch empirisch kann man genau das Gegenteil feststellen. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.
(kreuz.net) Die rassistisch-darwinistisch angehauchte Völkerkunde des 19. Jahrhunderts hat Menschen,
die noch heute in der Steinzeit leben, als Primitive bezeichnet.
Man sah auf Indianer, Aborigines oder
Buschmänner herab.
Für Charles Darwin († 1882) waren die Feuerländer, die er von seinem Schiff aus
ortete, wenn nicht das „fehlende Zwischenglied“ zwischen Affe und Mensch, so doch zumindest nicht weit
davon entfernt.
Um so größer war die Überraschung, als man sich anschickte, die Sprache der „Wilden“
zu studieren.
Oft leisteten christliche Missionare hierbei Pionierarbeit. Sie entdeckten zum Beispiel,
daß die Sprache der Feuerländer grammatisch hochkompliziert war und einen riesigen Wortschatz von 30.000
bis 40.000 Wörtern besitzt.
Der durchschnittliche Europäer beherrscht weit weniger Wörter.
Einem
besseren Menschenaffen hätte man das eigentlich nicht zugetraut.
Evolutionisten sehen oft in der Höherentwicklung
der Kultur den entscheidenden Antrieb der Sprachevolution. Mit der Erfindung von Werkzeugen, dem Zeichnen
von Höhlenbildern und den neuen Jagdtechniken sei auch die Sprache komplexer geworden.
Doch in den Sprachen
sogenannt primitiver Völker findet man die zu erwartende Primitivität nicht.
Sie alle besitzen Formen
für die Vergangenheit, Zukunft, für den Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ und viele weitere Ausdrucksformen,
die es in den europäischen Sprachen zum Teil gar nicht gibt.
So können die Wintu-Indianer in Kalifornien
in ihrer Sprache unterscheiden, ob eine Aussage eine Übernahme vom Hören-Sagen, Resultat einer persönlichen
Beobachtung oder einer logischen Schlußfolgerung ist.
Für letztere werden außerdem drei Plausibilitätgrade
unterschieden.
Hochkomplizierte Indianersprachen wurden zum Beispiel von den US-Amerikanern in den Weltkriegen
eingesetzt. Comanche-Indianer übermittelten als Funker Meldungen in ihrer Muttersprache, die für die
feindlichen Beobachtungsdienste praktisch nicht zu entschlüsseln waren.
Dagegen kann man die Verständigung
von Schimpansen nach wenigen Tagen verstehen.
Die Sprachen der Eingeborenen in aller Welt sind hochkomplex.
Wir kennen heute Tausende Sprachen – von „primitiven“ und „hochentwickelten“ Völkern.
Aber wir kennen
kein Beispiel für einen Zusammenhang zwischen „primitiver“ Kultur und primitivem Sprachniveau.
Vielmehr
ist zum Beispiel Englisch – die Sprache der hochentwickelten Welt – grammatisch äußerst simpel im Vergleich
zu den Sprachen heute lebender Steinzeitmenschen.