Donnerstag, 13. Januar 2005 10:00
Mel Gibson zu Besuch bei der letzten noch lebenden Seherin von Fatima
Erst kürzlich ist bekanntgeworden, daß der weltberühmte US-amerikanische Schauspieler und Regisseur, Mel Gibson, mit Sr. Lucia, der letzten noch lebenden Seherin von Fatima, zusammengetroffen ist. Die Begegnung fand im Juli des vergangenen Jahres im Karmel von Coimbra (Portugal) statt.
(kreuz.net, Coimbra) Alles begann mit dem Jahrhundertfilm „Die Passion“, in dem Mel Gibson das Leiden Christi und seinen grausamen Tod am Kreuz darstellte. Freunde des Karmels von Coimbra hätten den Schwestern diesen Film zur Vorbereitung auf die Kar- und Ostertage gezeigt. Doch der Film war noch nicht als DVD-Version im Handel, und es wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, die klausurierten Karmelitinnen in ein Kino zu bringen.

Darum trat man mit „Icon Productions“, der Herstellerfirma des Films, in Kontakt und bat im Namen der Karmelitinnen von Coimbra um eine DVD-Aufnahme des Filmes.

Mel Gibson war bereits im September 2003 nach Fatima gekommen, um die Muttergottes um Hilfe bei den Dreharbeiten für den Film zu bitten. Später reiste auch der Hauptdarsteller, Jim Caviezel, in den Wallfahrtsort, um den Film vor einem katholischen Publikum zu zeigen und dessen Meinung über das Werk in Erfahrung zu bringen. Caviezel besuchte bei dieser Gelegenheit auch den Karmel in Coimbra. Er erhielt aber keinen Einlaß, weil er darauf bestand, die Klausur zu betreten, was nicht erlaubt ist.

Es brauchte 92 Emails und viele Telefonanrufe, um die Vorführung des Filmes vor den Karmelitinnen in Coimbra zu organisieren. Viele technische Schwierigkeiten waren zu überwinden, da weder eine DVD-Ausgabe noch ein für eine solche Vorführung geeignetes Filmmaterial existierte. Mel Gibson erhielt schließlich die Erlaubnis, Sr. Lucia in einer privaten Begegnung zu treffen. Weil er aber den Vorwurf fürchtete, Sr. Lucia als Reklame für seinen Film zu mißbrauchen, insistiert er – und nicht der Konvent, daß der Besuch geheim gehalten würde.

Es dürfte Mel Gibson um die 15.000 Euro gekostet haben, den Film im Karmel zu zeigen, weil er ein eigenes Technikerteam und besondere Apparaturen nach Coimbra schaffen mußte, um die Vorführung zu ermöglichen. Später kam Gibson noch für die Kinopremiere des Filmes nach Portugal. Bei dieser Gelegenheit reiste er im Geheimen nach Coimbra und traf sich mit Sr. Lucia.

Einer der Organisatoren des Treffens schreibt: „Es waren auch theologische Gründe, die uns bewogen, ein Treffen zwischen Mel Gibson und Sr. Lucia zu arrangieren. Sr. Lucia ist dem gegenwärtigen Heiligen Vater sehr, sehr zugetan. Über die Haltung von Mel Gibsons in dieser Frage sind wir uns nicht sicher. Er äußert sich nie in die eine oder die andere Richtung.“

Der Besuch Mel Gibsons bei Sr. Lucia von Fatima fand im Juli 2004 statt. Gibson war von seiner Frau Robin und von P. Luis Condor, dem Vizepostulator für die Heiligsprechung der Seher von Fatima, begleitet worden. Nach dem Zeugnis von Mutter Celina, der Oberin des Karmels, sind der Schauspieler und seine Frau wunderbare und sehr bescheidene Menschen:

„Er spricht sehr offen und ist eine liebenswürdige Persönlichkeit. Herr Gibson beantwortete alle unsere Fragen über den Film. Auch Sr. Lucia, die am Treffen, das ungefähr eine Stunde dauerte, teilnahm, stellte einige Fragen. Sie war ganz gegenwärtig und verfolgte die Konversation.“

Die Unterhaltung erfolgte auf Englisch, was nach den Worten von Sr. Celina kein Problem war, weil verschiedene Nonnen Englisch sprechen und verstehen. Was die Schwestern oder Sr. Lucia über den Film sagten, wurde nicht bekannt und wird vielleicht niemals bekannt werden. Wegen des Einflußes ihrer Worte auf die Öffentlichkeit, muß Sr. Lucia mit ihren Aussagen sehr vorsichtig sein.


Bild: Sr. Lucia, die Gattin von Mel Gibson, Mel Gibson, Pater Condor
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