Kardinal zur Alten Messe
Warten wir mal ab
Der Bischof von Mainz machte am Ostersonntag einige Anspielungen auf das bevorstehende Motu Proprio. Er fürchtet sich vor allem vor einer liturgischen Vielfalt, „welche die Leute verwirrt“.
Karl Kardinal Lehmann
Karl Kardinal Lehmann
© ARD, Tagesschau
(kreuz.net) In der Sendung ‘Tagesthemen’ im Ersten Deutschen Fernsehen wurde am Abend des Ostersonntages auch die Alte Messe behandelt.

Ein Filmausschnitt zeigte Hw. Georg May bei der Feier der Alten Messe in der Kirche der 7000 Seelen Gemeinde Budenheim im Landkreis Mainz-Bingen.

Hw. May ist emeritierter Kirchenrechtler an der Universität Mainz.

Hw. Georg May
Hw. Georg May
© ARD, Tagesschau
Vor der Kamera äußerte sich der Kirchenrechtler auch zur Problematik des Neuen Ritus:

„Die vielen Aktionen, das fortwährende Sprechen, die Wendung zum Volk sind Gelegenheiten zur Ablenkung und zum Verlust der Innerlichkeit des Priesters und des Volkes.“

Auch der Liturgieprofessor an der Universität Erfurt, Benedikt Kranemann (48), kam in dem Beitrag zu Wort. Er lobte den Novus Ordo:

„Wir haben heute eine Liturgie, in der Männer und Frauen in der katholischen Kirche in ganz unterschiedlicher Weise beteiligt sind.“

Benedikt Kranemann
Benedikt Kranemann
© ARD, Tagesschau
Das sei für das kirchliche Leben in Deutschland „sehr fruchtbar“ gewesen.

„Wenn man hier in die Zeit vor dem Konzil zurückfällt, heißt das, daß ein Bereich des katholischen Lebens zurückgefahren wird, der für das Leben der katholischen Kirche sehr positiv gewesen ist.“

In einem Kurzinterview äußerte sich in der Sendung auch der Bischof von Mainz und Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann.

Der Kardinal erklärte, daß die deutschen Bischöfe ihre Bedenken gegen den Alten Ritus in Rom vorgebracht hätten:

„Wir haben auch auf Probleme aufmerksam gemacht, die entstehen könnten. Wir wollen in der Kirche keine zwei Riten haben, welche die Leute in vielen Ländern und gerade auch in der Diaspora verwirren.

Aber warten wir einmal ab, vielleicht sind wir auch gut gehört worden.“