17:29:01 | Dienstag, 10. April 2007
Der Bischof von Mainz machte am Ostersonntag einige Anspielungen auf das bevorstehende Motu Proprio. Er fürchtet sich vor allem vor einer liturgischen Vielfalt, „welche die Leute verwirrt“.

Karl Kardinal Lehmann
© ARD, Tagesschau(kreuz.net) In der Sendung ‘Tagesthemen’ im Ersten Deutschen Fernsehen wurde am Abend des Ostersonntages
auch die Alte Messe behandelt.
Ein Filmausschnitt zeigte
Hw. Georg May bei der Feier der Alten Messe
in der Kirche der 7000 Seelen Gemeinde Budenheim im Landkreis Mainz-Bingen.
Hw. May ist emeritierter
Kirchenrechtler an der Universität Mainz.

Hw. Georg May
© ARD, TagesschauVor der Kamera äußerte sich der Kirchenrechtler auch zur
Problematik des Neuen Ritus:
„Die vielen Aktionen, das fortwährende Sprechen, die Wendung zum Volk sind
Gelegenheiten zur Ablenkung und zum Verlust der Innerlichkeit des Priesters und des Volkes.“
Auch der
Liturgieprofessor an der Universität Erfurt, Benedikt Kranemann (48), kam in dem Beitrag zu Wort. Er
lobte den Novus Ordo:
„Wir haben heute eine Liturgie, in der Männer und Frauen in der katholischen Kirche
in ganz unterschiedlicher Weise beteiligt sind.“

Benedikt Kranemann
© ARD, TagesschauDas sei für das kirchliche Leben in Deutschland „sehr
fruchtbar“ gewesen.
„Wenn man hier in die Zeit vor dem Konzil zurückfällt, heißt das, daß ein Bereich
des katholischen Lebens zurückgefahren wird, der für das Leben der katholischen Kirche sehr positiv
gewesen ist.“
In einem Kurzinterview äußerte sich in der Sendung auch der Bischof von Mainz und Vorsitzende
der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann.
Der Kardinal erklärte, daß die deutschen Bischöfe
ihre Bedenken gegen den Alten Ritus in Rom vorgebracht hätten:
„Wir haben auch auf Probleme aufmerksam
gemacht, die entstehen könnten. Wir wollen in der Kirche keine zwei Riten haben, welche die Leute in
vielen Ländern und gerade auch in der Diaspora verwirren.
Aber warten wir einmal ab, vielleicht sind
wir auch gut gehört worden.“