16:02:23 | Dienstag, 3. Juli 2007
Ein Kardinal und ein Professor erweisen sich als gelehrige Schüler des Holocaust-Demagogen Daniel Goldhagen. Von Leo G. Schüchter.

Das „Sonderkommando“ des Konzentrationslagers Auschwitz Birkenau verbrennt Leichen
(kreuz.net) Bei der Lektüre der Ansprache des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal
Lehmann, am 2. März in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vaschém fällt auf, daß der Kirchenfürst
zwar von „monströsen“, aber nie von den nationalsozialistischen Verbrechen redet.
Der Kardinal spricht
vom Rassenwahn, aber nicht von den Propagandisten und Betreibern des Rassismus.
Er beschwört die „Abgründe
unserer Zivilisation“, aber nicht den Sumpf des Nationalsozialismus.
„Die im Menschen schlummernden Möglichkeiten
zum Bösen“ seien mit der Ermordung von sechs Millionen Juden offengelegt.
Aber die Bösen und die Täter
werden nicht identifiziert – Roß und Reiter nicht genannt.
Will der Kardinal die nationalsozialistischen
Täter aus der moralischen Schußlinie herausnehmen und sie vor der historischen Schuldzuweisung bewahren?
Im Verlauf der Rede wird klar, warum der Kardinal die nationalsozialistischen Täter nicht identifiziert:
Die Stelle nationalsozialistischer Ideologen und Henker sollen „die Deutschen“ einnehmen.
Kardinal Lehmann
erweist sich damit als gelehriger Jünger des Holocaust-Demagogen und Deutschenhassers Daniel Goldhagen
(48), wenn er das deutsche Volk in „Mithaftung“ nehmen will:
„Weit mehr Deutsche“ hätten „sich schuldig
gemacht“, weiß der Kardinal. Alle Deutschen seien mitschuldig, „die weggesehen haben“.
„Unser Volk“
habe Auschwitz ermöglicht, „weil zu wenige den Mut zum Widerstand hatten“.
Somit beschuldigt der Kirchenfürst
mehr oder weniger alle Deutschen der damaligen Zeit. Denn welcher Deutsche würde von sich behauptet haben
können, daß er damals genug Mut zum Widerstand gehabt hätte?
Genetisch bedingter JudenhaßDie Verschiebung
der historisch-moralischen Täterschaft von den nationalsozialistischen Staats- und Parteiorganisationen
auf „die Deutschen“ hat vor allem der US-Autor Daniel Goldhagen mit einem kurzzeitig bekanntgewordenen
Buch propagiert.

Leichenberg im Konzentrationslager Mauthausen, Dezember 1945
Goldhagen vertritt die These, daß der millionenfache Judenmord durch die Nationalsozialisten
nur die praktisch-historische Vollstreckung einer eliminatorisch-antisemitischen Geisteshaltung der Deutschen
gewesen wäre – eine der deutschen Nation gewissermaßen in Gene und Geschichte eingeschriebene Einstellung.
Seit 1945 seien die Deutschen allerdings von dieser Nationalkrankheit geheilt.
Von renommierten englischen
und amerikanischen Forschern sind Goldhagens Thesen abgelehnt worden. Aber viele deutsche Historiker,
Medienleute und Politiker haben dem eitlen Holocaust-Demagogen zugejubelt, als er durch Deutschland seine
Werbetour für sein persönliches Holocaust-Geschäft machte.
Philosoph Werner BeckerEiner dieser Nachbeter
von Goldhagen-Thesen ist der Hochschullehrer Werner Becker, der in Frankfurt und Gießen Philosophie lehrt.
In Kommentaren der Tageszeitung ‘Frankfurter Neue Presse’ prangert er die Geschichtsinterpretation an,
nach der allein „die Nazis, Mitglieder der nationalsozialistischen Staatspartei“ die Täter gewesen wären
und „nicht wir Deutsche“ alle zusammen.
So geißelt Becker die Sprachregelung, daß die Nationalsozialisten
und die nationalsozialistischen Wähler Hitler an die Macht gebracht hätten – und „nicht wir Deutsche,
das heißt, unsere Eltern und Großeltern Hitler zur Macht verholfen“ hätten.
Becker kommt aus der protestantischen
Tradition. Es mag sein, daß seine Eltern und Großeltern aktive Nationalsozialisten waren.
Es ist auch
richtig, daß die Wähler protestantischer Konfession einen übergroßen Anteil an dem Wahlerfolg der
Hitler-Partei hatten. Im Jahr 1932 verbuchte diese bei den letzten freien Wahlen 34 Prozent der Wahlstimmen.
Aber wie kommt Professor Becker zu der Folgerung, das politische Fehlverhalten von Protestanten für
alle Deutschen zu verallgemeinern?
Denn das oben genannte Ergebnis bedeutet auch, daß zwei Drittel der
Wähler oder drei Viertel der wahlberechtigten Deutschen damals die Nationalsozialistische Partei nicht
wählten.
Insbesondere die – damals noch gläubigen – deutschen Katholiken haben nur zu geringen Teilen
die Hitlerpartei gewählt. Wenn alle so gewählt hätten wie die Katholiken, wäre Hitler nie an die Macht
gekommen.
Es ist eine unglaubliche Geschichtsverdrehung, aus den genannten Zahlen allen Deutschen ein
Strick zu drehen – sogar einen für „uns Deutsche“ der Gegenwart.
Metaphysische Schuld der Deutschen
Becker bemängelt auch die Redeweise, wonach „in den Konzentrationslagern allein Himmlers SS-Schergen
und Nazi-Ärzte die Greuel verübt hätten“.
Man darf gespannt sein, wen der Philosoph Becker als Täter
von Treblinka und Massenmörder von Auschwitz präsentiert:
„Wir, die Deutschen, haben all das verursacht,
getan und werden es auch künftig als Teil unserer nationalen Geschichte zu verantworten haben.“
Von
diesem Ansatz her verurteilt Becker auch die Rede des deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker
im Jahr 1985. Der Politiker sprach darin über „die Befreiung der Deutschen von der Nazidiktatur“.
Nach
Beckers Logik hätten die Deutschen im Jahr 1945 ‘von sich selber’ als Kollektiv-Täter befreit werden
müssen.
Becker vertritt eine Art negativen Rassismus: Wir Deutschen lassen uns von niemand an Nationalschuld
und Selbstbeschuldigung übertreffen.
Der Frankfurter Professor versteigt sich sogar zur These von der
metaphysischen, „ewigen Schuld der Deutschen“ vor dem Völkergericht aller Zeiten.
Solche Aussagen entsprechen
dem Holocaust-Konzept, das liberale jüdische Kreise vor dreißig Jahren in den USA entwickelt haben.
Eckpunkt dieser Geschichtsphilosophie ist der „ewige Haß“ der Völker gegen die Juden und die Verfolgung
des jüdischen Volkes seit angeblich 2.500 Jahren.
Die Ermordung der sechs Millionen Juden in der Hitlerzeit
wird als Kumulation des Völkerhasses interpretiert. Deshalb muß logischerweise ein Volk für diesen
Völkermord verantwortlich sein: die Deutschen.
Kardinal Lehmann wird ein gutes Verhältnis zu den Geschäftsleuten
der Holocaust-Industrie nachgesagt.
Professor Becker bietet sich als Brückenbauer an.