Montag, 6. August 2007 18:04
Proteste und Beschimpfungen
Nach einer Ankündigung des Pfarrers kam es in einer Kirche in Norddeutschland zu heftigen Reaktionen unter den Gläubigen.
Profanierte Kirchen werden allen möglichen Zwecken zugeführt: Im Bild ein Lokal in einer ehemaligen Kirche in Maastricht
Profanierte Kirchen werden allen möglichen Zwecken zugeführt: Im Bild ein Lokal in einer ehemaligen Kirche in Maastricht
(kreuz.net, Rheine) Gestern trat Pfarrer Karl-Heinz Hense vor Beginn der Sonntagsmesse um 10.30 Uhr an das Lesepult der Herz-Jesu-Kirche in Rheine.

Der Ort mit über 75.000 Einwohnern befindet sich 45 Kilometer nördlich von Münster und gehört zur Diözese Münster.

Hw. Hense leitet die Herz-Jesu-Pfarrei. An sie wurde am vergangenen 1. Dezember die Pfarrei St. Konrad angeschlossen.

Der Pfarrer teilte seiner Gemeinde mit, daß die St. Konrad-Kirche nach dem Willen des Bischofs von Münster bis Anfang November aufgegeben werden soll.

Die Reaktionen der Gläubigen auf die Ankündigung waren heftig. Das berichtete die ‘Münsterländische Volkszeitung’ am 5. August.

Unter Protest verließen die Jugendlichen die Herz-Jesu-Kirche.

Ihnen folgten etliche Gemeindemitglieder. Vor der Kirche veranstalteten sie eine spontane Demonstration.

Pfarrer Hense stellte sich nach dem Gottesdienst der Diskussion. Vor der ‘Münsterländische Volkszeitung’ zeigte er sich sichtlich betroffen:

„Ich bin teilweise auf das Übelste beschimpft worden“.

Der Entscheid des Bischofs von Münster war schon in der ersten Ferienwoche gefällt worden. Dessen Verkündigung wurde bis zum Ferienende aufgeschoben, wenn alle Gemeindemitglieder wieder aus dem Urlaub zurück seien – so der Pfarrer.

Die Schließung der Konrad-Kirche, die ursprünglich als Garnisonskirche eingerichtet worden war, hatte sich schon länger abgezeichnet.

So hatte das Generalvikariat die befristeten Arbeitsverträge für Küster und Organistin von St. Konrad-Kirche nicht verlängert.

Grund für die Schließung ist das Geld. Auf Dauer könne eine „so kleine“ Gemeinde wie Herz Jesu/St. Konrad mit etwa 5.000 Mitgliedern keine zwei Kirchen unterhalten.

Die Zukunft von St. Konrad ist unklar. Wenn keine passende Lösung gefunden wird, soll die Kirche abgerissen werden.

Im Gespräch war ein Seniorenwohnheim mit der Konradkirche als Gebetsraum. Dieses Projekt sei aber nicht genehmigungsfähig.

In Rheine gibt es insgesamt 14 katholische Kirchen.

© Titelbild: Flickr-Benützer „Patrick“
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