Gloria v. Thurn und Taxis
Die Protestanten sollten sich ernster nehmen
Die Fürstin hat ein Herz für aussätzige und abtrünnige Priester. In Sachen Geschmack bevorzugt sie aber den festlich gedeckten Tisch gegenüber dem Stehimbiß.
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis
Fürstin Gloria von Thurn und Taxis
© Angelika Lukesch
(kreuz.net, Regensburg) In einem Interview mit dem ‘VATICAN’-Magazin äußerte sich Fürstin Gloria von Thurn und Taxis zur Freigabe der Alten Messe und zum Lehrschreiben der Glaubenskongregation zur Kirchenlehre.

Die Fürstin ist als Liebhaberin der Alten Messe bekannt. Sie verteidigt in dem Interview Priester, die im Ritus der Väter zelebrieren: „Diese Priester berichteten, daß man sie in der Mehrheitskirche oft wie Aussätzige und Abtrünnige behandle.“

Derartiges störe das fürstliche Gerechtigkeitsempfinden:

„Ich habe mir jahrelang stümperhaftes Schlagzeuggeklopfe und dilettantisches Gesinge in die Ohren blasen lassen. Und diese ehrenwerten Priester werden gemobbt, weil sie Messe zelebrieren wollen, wie ich sie noch aus meiner Kindheit kenne und geliebt habe.“

Die Ablehnung der Alten Messe sieht die Fürstin als „Symptom für den sklerotischen Zustand weiter Teile der Kirche“.

Heute habe man sich mit „der Stehimbiß-Liturgie“ arrangiert“ und wolle „sich nicht mehr an einen festlich gedeckten Tisch setzen“.

Unverständliche Proteste

Für die Fürstin ist auch die Kritik der Protestanten an dem jüngsten Schreiben der Glaubenskongregation unverständlich:

„Als Protestant, der an die Wahrheit seiner Konfession glaubt, kann mir doch egal sein, was vom Heiligen Stuhl in Rom verlautbart wird“ – meint die Fürstin, deren Familie 1869 zum Katholizismus konvertierte.

„Wenn ich mich als Protestant ernst nehme, sind es doch genau diese Unterschiede, die meine Identität ausmachen.“

Die Fürstin kritisiert, daß man die Kirche „auf einen Sozialbetrieb mit Transzendenz-Appeal plus Psychoberatung und emotionale Wellness-Atmosphäre reduzieren“ will.

Marianische Frauencongregation
Der Regensburger Diözesanbischof, Mons. Gerhard Ludwig Müller, hat an Mariä Himmelfahrt 2006 über 150 Frauen in die Marianische Frauen-Congregation "Mariae Verkündigung" aufgenommen. Gruppenfoto der neuen Mitglieder nach der Hl. Messe.Prinzessin Alessandra Borghese neben Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.Der Anstoß zur Wiederbelebung der seit 400 Jahre bestehenden Frauencongregation stammt von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Die erste Marianische Congregation wurde 1562 in Rom durch den Jesuiten-Orden gegründet.