Dienstag, 11. September 2007 19:13
Er wurde im Juli mit einer Frau im Bett gefilmt. Heute hat er daraus die Konsequenzen gezogen. Wer ist schuld? Natürlich die anderen.

Der zurückgetretene Erzbischof von Bulawayo, Mons Pius Ncube
(kreuz.net) Der Erzbischof von Bulawayo in Simbabwe, Mons. Pius Ncube (60), ist von seinem Amt zurückgetreten.
Der Erzbischof war im Land als eiserner Kritiker des Regimes von Präsident Robert Mugabe bekannt. Er
besaß allerdings auch eine
Schwäche für Frauen.
Das nützte der Geheimdienst von Simbabwe aus. Im
vergangenen Juli publizierten regierungsnahe Zeitungen höchst kompromittierende Bilder des Prälaten.
Schon gestern wußten afrikanische Medien, daß ein Rücktritt des Erzbischofs unmittelbar bevorstehe.
Heute berichtete die Webseite des Vatikan in zwei Zeilen, daß der Heilige Vater den Rücktritt des Erzbischofs
von Bulawayo, Mons. Pius Alick Ncube, in Übereinstimmung mit Kanon 401 Paragraph 2 des Kirchenrechtes
angenommen hat:
Der Paragraph besagt: „Ein Diözesanbischof, der wegen seiner angegriffenen Gesundheit
oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr recht in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen,
ist nachdrücklich gebeten, den Amtsverzicht anzubieten.“
Der Erzbischof hatte in der Vergangenheit erklärt,
vom Geheimdienst in eine Falle gelockt worden zu sein.
In einer Presseerklärung, die heute morgen veröffentlicht
wurde, gab Mons. Ncube als erster bekannt, daß der Vatikan seinen Rücktritt, den er bereits im Juli
eingereicht hatte, angenommen hat.
Der Erzbischof betrachtet diese Entscheidung als Ergebnis eines „vom
Staat gelenkten, bösartigen Angriffs nicht nur auf mich, sondern durch mich auch auf die Katholische
Kirche von Zimbabwe“.
Um seinen Brüdern im Bischofsamt und der Kirche weitere Angriffe zu ersparen,
habe er entschieden, daß ein Rücktritt die beste Vorgangsweise sei.
Noch vor weniger als zwei Wochen,
sind die Bischöfe von Zimbabwe ihrem bedrängten Mitbruder zu Hilfe geeilt und haben erklärt, daß die
Anklagen gegen ihn „empörend und absolut beklagenswert“ und „ein Angriff gegen die Katholische Kirche“
seien.
In seiner heutigen Stellungnahme erklärte der Erzbischof auch, daß die jüngsten Ereignisse
ihn „näher zu Gott“ gebracht und ihm ein „klareres Verständnis für seine Aufgabe“ gegeben hätten.
Jetzt erwartet den zurückgetretenen Erzbischof eine Gerichtsverhandlung, die der Ehemann der mit dem
Erzbischof im Bett erwischten Frau angestrengt hat.