15:58:44 | Montag, 24. September 2007
In Frankreich gibt es eine Möglichkeit, den eigenen Urlaub einmal anders zu verbringen. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann.

Gregorianikseminar in Frankreich. Rechts außen: Hw. Damien-Marie Lourme.
(kreuz.net) Der klassische Römische Meßritus ist ein Kunstwerk. Das gilt auch für dessen Musik, den
Gregorianischen Choral.
„Die Kirche betrachtet diesen Choral als den der Römischen Liturgie eigenen
Gesang“. Das sagt sogar die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums.
Daher soll die Gregorianik nach
den Worten des Konzils in der Liturgie den ersten Platz einnehmen.
Der Gregorianische Choral unterscheidet
sich deutlich von moderner Musik.
Sein Rhythmus ist getragener, schwebender. Es gibt keinen Takt. Der
Choral erzeugt einen Wechsel von Anspannung und Entspannung – Arsis und Thesis.
Die Musik unterstützt
den Inhalt des gesungenen Textes und nicht umgekehrt.
Deswegen kann man Gregorianische Gesänge auch
nicht in die Volkssprachen übersetzen. Die Gregorianik besitzt eine eigene Notenschrift und eigene Tonarten.
Diese Besonderheiten müssen erlernt werden. Das ist gar nicht so einfach. Glücklicherweise gibt es
Hilfsmittel.
So hat die „Schola Bellarmin“ unter der Leitung des Elsässer Paters Bernard Lorber das
gesamte gregorianische Kirchenjahr sowie die 18 Kyriale – Messen – und sechs Credos der Römischen Liturgie
gesungen und aufgenommen.
Das sind insgesamt 17 CDs. Sie sind für Dirigenten und Scholasänger gedacht.
Der Ankauf zum Selbstkostenpreis ist auch
im Internet möglich.
Wer sich das Selbststudium nicht zutraut,
besitzt noch andere Möglichkeiten.
So veranstaltet die ‘Fraternité de la Transfiguration’ jeweils einwöchige
Gregorianikseminare.
Mehrmals im Jahr werden drei verschiedene Niveaus für
Sänger sowie ein Seminar für Chorleiter und Organisten angeboten.
Den Unterrichtet leiten der musikalisch
begabte Hw. Damien-Marie Lourme von der ‘Fraternité de la Transfiguration’ sowie erfahrene Berufsmusiker.
Die eigenen Französischkenntnisse müssen nicht perfekt sein.
Der größte Teil des Unterrichts besteht
in Gesangsübungen nach der Methode Ward.
Diese geht auf die US-Amerikanerin Justine Ward (1879-1975)
zurück. Frau Ward war Pianistin, konvertierte zur Kirche und widmete ihr Leben der Kirchenmusik.
Die
Jahre 1921 bis 1929 verbrachte sie im Gästehaus der Abtei Solesmes, wo sie die Gregorianik an der Quelle
studierte.
Die Benediktinerabtei Solesmes befindet sich 250 Kilometer südwestlich von Paris und war
im 19. Jahrhundert die führende Wiederherstellerin der Gregorianik.
Frau Ward entwickelte eine Methode,
wie man Kinder oder musikalisch unbegabten Erwachsenen den Gregorianischen Choral beibringen kann.
Damit
erwartet die Teilnehmer ein Unterricht, der nicht in Arbeit ausartet.
Auskünfte sind erhältlich bei
der:
Fraternité de la Transfiguration
Père Damien-Marie
« Le Bois »
F-36220 Mérigny.
Telephon 0033
5 49 64 80 20
Mérigny liegt ungefähr achtzig Kilometer östlich von Poitiers in Zentralfrankreich.
Der Preis von 150.- Euro pro Seminar schließt Unterkunft und Verpflegung ein.
Der Verfasser ist praktizierender
Arzt im Nordelsaß.