Freitag, 28. September 2007 12:51
Die Nazi-Keule und die wahren Gründe
„Doch was machen wir jetzt mit dem schönen Rilke-Gedicht aus seinem spanischen Ronda vom Januar 1913, in dem dieses Wort enthalten ist?“
Eva Herman präsentiert sich auf ihrer Homepage.
Eva Herman präsentiert sich auf ihrer Homepage.
(kreuz.net, Linz) Die entlassene Tagesschau- Sprecherin Eva Herman hat zu den Vorwürfen, nationalsozialistische Thesen verbreitet zu haben, Stellung genommen. Sie sprach mit dem konservativen Linzer Nachrichtenportal ‘kath.net’.

Eine auf der Pressekonferenz zu der Vorstellung ihres Buches „Das Prinzip Arche Noah“ anwesende Journalistin habe einen Halbsatz „völlig falsch aus dem Zusammenhang gerissen“.

Keiner der anderen anwesenden Journalisten auf der Pressekonferenz habe registriert oder angemahnt, daß sich Frau Herman mißverständlich ausgedrückt hätte.

Besagte Journalistin habe einen Halbsatz vollkommen verfälscht aufgeschrieben und aus dem Zusammenhang gerissen: „Sie meinte, daß ich mich lobend über die Nazi-Politik geäußert hätte.“

Frau Hermans neues Buch.
Frau Hermans neues Buch.
Am nächsten Tag sei dieser Falschsatz von Online-Medien aufgeschnappt worden. Stunden später sei „eine Nazi-Keule über mir geschwungen worden, wie ich mir das in meinen kühnsten Alpträumen nicht hätte vorstellen können“.

Auch ihr Sender habe prompt mit dem Rauswurf reagiert, ohne sie vorher anzuhören.

Daß es sich bei dem angeblichen Zitat um ein Mißverständnis gehandelt habe, habe niemanden interessiert.

Mittlerweile hat Frau Herman auf ihrer privaten Homepage das Originalzitat veröffentlicht. Bei der Pressekonferenz sagte sie wörtlich:

„Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen Kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde.

Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten, es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehenbleiben.

Ich hab’ neulich mit einem Musikprofessor zusammengesessen, ein Linksintellektueller, früher fast ein Linksradikaler ein bißchen gewesen, ähm, der versucht, den Chorgesang wieder zu beleben in Hamburg. Und er sagt, das ist verlorengegangen, das ist gar nicht mehr, äh, das ist gar nicht mehr anwesend…“


Frau Herman erklärte auch, daß sie juristisch gegen einige Zeitungen vorgehen werde.

Die heftigen Reaktionen auf das vermeintliche nationalsozialistische Zitat hätten ihr jedoch gezeigt, daß der wahre Grund für die Medienkampagne ein anderer gewesen sei:

„Die Thesen, die ich schon seit einiger Zeit vertrete – nämlich für Liebe, für Grundwerte, für den Glauben.“

Ihr öffentliches Eintreten für den Glauben habe ihr immer wieder Diskreditierungen gebracht.

Nach ihrer eigenen Mediendiskreditierung kann Frau Hermann auch die Reaktionen auf eine Predigt Kardinal Joachim Meisners von Köln, in der er das Wort „entartet“ in den Mund nahm, gut verstehen.

„Doch was machen wir jetzt mit dem schönen Rilke-Gedicht aus seinem spanischen Ronda vom Januar 1913, in dem dieses Wort enthalten ist?“
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