Sonntag, 30. September 2007 13:53
Sport- oder Lachnummer?
„Mindestens genauso tüchtig wie die Männer“: Frauenfußball ist angeblich im Vormarsch. Sogar ein deutscher Erzbischof gibt sich interessiert.
Birgit Prinz
Birgit Prinz
(kreuz.net) Der Erzbischof von Hamburg, Mons. Werner Thissen, ist als Fußballfan bekannt.

Radio Vatikan hat gestern daran erinnert, daß der „fußballbegeisterte Kirchenmann“ im Sommer 2006 die Weltmeisterschaft verfolgt und das Begleitprogramm der Kirchen unterstützt hat, „wo es ging“.

Jetzt stehen die deutschen Fußballerinnen im Weltmeisterschaftsfinale, und „der Hamburger Erzbischof reagiert keinen Deut anders“ – so Radio Vatikan.


Bei der „Herren“- Weltmeisterschaft in Deutschland habe er auch schon Mal Sitzungen und Termine verschoben, um die Spiele live zu verfolgen.

Dazu habe er auch jetzt – trotz Vollversammlung der Deutschen Bischöfe – Gelegenheit gefunden:

„Ich will wohl gestehen, daß ich aus einer Sitzung zwischendurch herausgegangen bin, um das Tor von Birgit Prinz, das sie ja gar nicht geschossen hat, aber sie hat es vorbereitet, zu sehen. Ich freue mich riesig, daß die im Endspiel sind“ – erklärte der Erzbischof vor Radio Vatikan.

Der Erzbischof beantwortet auch die Frage, warum er gerade Frau Prinz (30) genannt hat:

Erzbischof Thissen:
„Ja es interessiert mich sehr. Einmal wegen der Art des Spiels. Das ist mehr die Art, wie wir das in den fünfziger Jahren auch gemacht haben.“
„Es gibt überall herausragende Spieler, so wie bei uns Kardinal Lehmann, und die nennt man eben.“

Mons. Thissen ist ein „echter Fan“ – weiß Radio Vatikan. Der Erzbischof von Hamburg unterstützt auch den angeblichen Vormarsch von Frauenfußball:

„Ja es interessiert mich sehr. Einmal wegen der Art des Spiels. Das ist mehr die Art, wie wir das in den fünfziger Jahren auch gemacht haben.“

„Zum anderen, weil ich froh bin, daß wir die Frauen mindestens genauso tüchtig haben, wie die Männer.“

Das Programm des Erzbischofs für heute Sonntag ist zwar gut gefüllt. Er besucht zwei Gemeinden. Doch um 14.00 Uhr gibt es eine Lücke. Dann kann er sich Frauenfußball anschauen.

Dabei möchte er als „echter Sportsfreund“ vor allem „guten Fußball“ sehen:

„Wenn ich das so sehe, wie die Frauen das gemacht haben: richtig turniermäßig, also Steigerung von Spiel zu Spiel. Wenn das am Sonntag auch so ist, dann kann’s was werden“ – so der Erzbischof.

© Titelbild: Robert Barbey, CC
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