Neue Enzyklika
Eine andere Tugend
Alle erwarten vom Papst in der nächsten Zeit eine Sozialenzyklika. Doch offenbar wird es anders kommen.
An welcher Enzyklika hat der Papst im Sommer gearbeitet?
An welcher Enzyklika hat der Papst im Sommer gearbeitet?
(kreuz.net) Der Papst schreibt eine Enzyklika über die Hoffnung. Das erklärte die römische Tageszeitung ‘Il Messaggero’ gestern in einem Exklusivbericht.

Bisher hatte man damit gerechnet, daß das nächste Lehrschreiben des Papstes eine Sozialenzyklika sein werde.

Doch jetzt weiß ‘Il Messaggero’, daß die Enzyklika über die Hoffnung schon fast fertiggestellt ist.

Offenbar wird sie noch vor der Sozialenzyklika erscheinen, von welcher Papst Benedikt XVI. während seiner Ferien in Lorenzago di Cadore vor Journalisten gesprochen hatte.

Damals wurde nicht bekannt, daß der Papst in der Stille seines Alpenchalets über die Hoffnung schrieb.

Die Hoffnung ist jene theologische Tugend, die sich auf die Sehnsucht des Christen nach der höchsten Glückseligkeit im Himmelreich bezieht.

‘Il Messaggero’ glaubt, daß dieses Thema in Zeiten der Ungewißheit und des Relativismus hochaktuell sei.

Die Zeitung erwähnt, daß der Papst vor zwei Jahren in einer Rede vor den mexikanischen Bischöfen beklagt hat, daß die Hoffnung angesichts der veränderlichen und komplexen Gegebenheiten der Gegenwart auch in der Kirche einem harten Gegenwind ausgesetzt sei.

Damit scheint der Papst auch den inzwischen nicht nur auf die reichen Länder der westlichen Hemisphäre beschränkten kirchlichen Zusammenbruch anzusprechen.

Der Papst möchte in seiner Enzyklika – so ‘Il Messaggero’ – zur Hoffnung einladen.

Die Christen sollen sich nicht durch Pessimismus, Nihilismus und menschliches Versagen erschrecken lassen.

Friedrich Nietzsche habe die Hoffnung als „Tugend der Schwachen“ belächelt, weil sie die Christen dem „Fortschritt der Welt“ entfremde – erwähnt ‘Il Messaggero’:

„Der Papst antwortete dem Nihilismus, der von ihm immer wieder angeklagt wurde, mit einer Enzyklika.“

Der Titel des Lehrschreibens wird von seinen ersten Worten abhängen.

Nach Angaben von ‘Il Messaggero’ ist darüber noch nicht definitiv entschieden worden.

Auch das Veröffentlichungsdatum ist noch nicht bekannt.