Verbrechen
Acht Tips wie man Gewaltverbrecher hervorbringt
Ist es wirklich so, daß das Verhalten der Menschen durch Darstellung der Gewalt im Fernsehen verändert wird. Über die Antwort gibt es keinen Zweifel. Von Dr. med. Wolfgang B. Lindemann
"60 Millionen Fernsehunzufriedene. Befreit Euch von den Ketten". Das französische Wort "chaîne" bedeutet Kette und Fernsehkanal.
„60 Millionen Fernsehunzufriedene. Befreit Euch von den Ketten“. Das französische Wort „chaîne“ bedeutet Kette und Fernsehkanal.
(kreuz.net) Eine kanadische Kleinstadt hatte bis 1973 Jahre kein Fernsehen. Nach dessen Einführung stieg die Zahl der Gewaltverbrechen rasch an.

Kinder, denen man einen gewalthaltigen Film zeigte, waren anschließend auf dem Schulhof oder beim Hockeyspielen aggressiver als Kinder, die einen nichtgewalthaltigen Film gesehen hatten.

Kinder und Jugendliche, die viel fernsahen – und damit viel Fernsehgewalt konsumieren, wurden von ihren Mitschülern als aggressiver und unverträglicher beurteilt und waren weniger beliebt.

Als Erwachsene waren sie häufiger kriminell.

Es gibt viele Berichte über Gewaltverbrechen, die offenbar von Film- und Fernsehsendungen inspiriert wurden.

In einem Film wurde ein Ticketverkaufshäuschen mit Benzin übergossen und samt der Verkäufer in Brand gesteckt.

Es kam in der Folge zu einer Reihe von nahezu exakten Kopien der Szene.

Gewaltverherrlichung im Fernsehen
Der Film "Lost World" von Harry H. Hoyt nach einem Roman von Sir Artur Conan Doyle wurde in den 20er Jahren gedreht"Lost World" schildert eine Expedition von Wissenschaftlern in ein abgelegenes Gebiet im Amazonas-Regenwald, wo noch Dinosaurier leben.Der Film "Winnetou I" wurde in den 60er Jahren gedreht.

Nach mehrfachem Betrachten von Filmen mit brutalen Morden wie „Natural Born Killers“ oder „Scream“ ahmten Jugendliche diese genau nach.

Es gibt viele weitere Beispiele, Untersuchungen an größeren Gruppen, experimentelle Studien und Einzelberichte.

Fernsehgewalt bewirkt reale Gewalt. Denn Menschen lernen am besten durch Modellernen – das Nachahmen eines Vorbildes.

Jeder Psychiater kennt den Werther-Effekt: Viele junge Männer ahmten den Selbstmord des Helden im Roman „Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe († 1832) nach

Eine Fernsehdokumentation berichtete ausführlich über den Selbstmord eines Jugendlichen, der sich vor eine Eisenbahn warf. Nach der Sendung gab es mehr Selbstmorde im Sendegebiet – meist auf den Schienen vor der Eisenbahn.

Gewaltdarstellungen bewirken durch die Identifizierung mit den Tätern mehr Gewalt.

Je mehr man solche Szenen sieht, desto gefährlicher ist es. Richtig gefährlich wird es bei mehr als vier Stunden Gewaltkonsum täglich.

Nicht die Gewaltverherrlichung, vor der Jugendschutzgesetze oder zuletzt der Papst im Mai 2007 gewarnt hat: Die bloße Gewaltdarstellung genügt, vor allem, wenn sie folgende Elemente enthält:

• ein sympathischer Aggressor
• ein feiges oder hinterlistiges Opfer
• Gewalt innerhalb enger sozialer Beziehungen
• Belohnung von Gewalt
• Gewalt ohne Grund
• sehr realistische Gewalt
• große Ähnlichkeit zwischen TV- Täter und Zuschauer
• moralisch gerechtfertigte Gewalt.

Nach Schätzungen gäbe es in den USA ohne das Fernsehen jährlich 10.000 Morde, 70.000 Vergewaltigungen und 700.000 Gewaltdelikte weniger.

In Deutschland wird das Fernsehen bis zum Jahr 2020 Hunderte zusätzliche Morde, einige tausend Vergewaltigungen und einige 10.000 Gewaltverbrechen verursachen.

Auszug eines am 15. Juni 2007 vor dem ‘Initiativkreis katholischer Laien und Priester’ in Freiburg gehaltenen Vortrages.