Freitag, 19. Oktober 2007 09:39
Eine Schande?
Eine Schande ist die kirchenbürokratische Schönfärberei, welche die Probleme vom Tisch redet, statt sich daranzumachen, die Ursachen zu benennen und zu beseitigen.
Eine belgische Immobilienfirma hat auch die ehemalige Franziskanerkirche von Brüssel im Sortiment.
Eine belgische Immobilienfirma hat auch die ehemalige Franziskanerkirche von Brüssel im Sortiment.
(kreuz.net) Die ‘Westdeutsche Allgemeine Zeitung’ konfrontierte Kirchenvertreter kürzlich mit der Frage eines Lesers, ob es nicht eine „Schande“ sei, daß Kirchen geschlossen werden.

Das sei keine Schande, sondern ein „trauriger Zustand“, beantwortet ein Sprecher des Bistums Essen die Frage.

Der Kirche fehle es an Geld und Menschen.

Es sei auch keine Schande, der Kirche den Rücken zu kehren: „Das Schöne am Christentum ist, daß es die freie Entscheidung des Einzelnen ist, dazu ja oder nein zu sagen“ – philosophiert der Sprecher.

Die Zeiten des Schwertes seien „zum Glück“ vorbei, glaubt er.

Dafür kann der Sprecher die Trauer der Menschen verstehen. Er verweist aber gleichzeitig auf die angebliche „Chance“, welche der kirchliche Abbau – der Sprecher nennt ihn „Umstrukturierungen“ – biete.

So könnten die zusammengelegten Gemeinden wieder „mit vielen Christen“ Gottesdienste feiern: „Das wirkt vielleicht ansteckend“.

Im Fusionsjubel befindet sich offenbar auch der evangelische Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel.

Er hat die Zusammenlegung zweier Gemeinden erlebt: „Eine geglückte Verbindung“.

Das Gemeindezentrum wurde geschlossen. Jetzt entstehen dort sechzig Alterswohnungen. Kirche sei immer „neue Wege“ gegangen, triumphiert der Pfarrer.

Die Fusion der Gemeinden habe „das Gemeindebild belebt“. Man müsse sich „für die Zukunft entscheiden“.

Immerhin gesteht der Pfarrer ein, daß mit dem Verschwinden der Kirchengebäude auch der Eindruck eines Verschwindens der Kirche entstehe.
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