Mittwoch, 2. Februar 2005 10:18
Friede mit den Homosexuellen – Streit mit den Gläubigen
Seit Jahren unterstützt ein US-Erzbischof die „Regenbogen-Schärpe-Bewegung“. Es handelt sich dabei um eine Gruppe militanter Homosexueller, die den Empfang der heiligen Kommunion dazu benützt, um gegen die kirchliche Ehelehre zu protestieren. Besitzt der US-Erzbischof für sein Vorgehen den Segen der römischen Kurie?
Der Erzbischof von St. Paul/Minneapolis, Harry Joseph Flynn
Der Erzbischof von St. Paul/Minneapolis, Harry Joseph Flynn
(kreuz.net, St. Paul) Im Dezember letzten Jahres behauptete der Erzbischof von St. Paul/Minneapolis, Harry Joseph Flynn (71), daß ihm der für die Liturgie verantwortliche Kurienkardinal Francis Arinze erlaubt hätte, militanten Homosexuellen, die während der Heiligen Messe für ihr Laster demonstrierten, die heilige Kommunion zu spenden.

Bei den Homosexuellen handelt es sich um Mitglieder einer Gruppe, die sich „Regenbogen-Schärpe-Bewegung“ nennt. Deren Aktivisten versuchen, den Empfang der heiligen Kommunion dazu zu benützen, um für ihre homosexuellen Versuchungen Reklame zu machen. Dazu tragen sie während der Messe Schärpen in Regenbogenfarben, mit denen sie ostentativ zum Altar hintreten. Als besonderer Tag, um so gegen die kirchliche Ehelehre zu protestieren, habe sie sich seit ungefähr fünf Jahren den Pfingstsonntag auserkoren.

Erzbischof Flynn ist einer der wenigen Bischöfe der USA, die solche Demonstrationen während der Messe erlauben. Ironie des Schicksals. Vor seiner Ernennung zum Erzbischof, war Flynn ein für seine konservativen Ansichten bekannter Moraltheologe.
Liberale Kreise opponierten damals gegen seine Ernennung.

Für sein Vorgehen berief sich Erzbischof Flynn jüngst auf den römischen Kurienkardinal Francis Kardinal Arinze, den Präfekten für den Gottesdienst und die Sakramentenlehre. Er, Flynn, habe den Kardinal während des Ad Limina Besuchs im letzten Dezember während einer privaten Unterredung getroffen und ihn zu seiner Einstellung bezüglich der Kommunionspendung an militante Homosexuelle befragt.

Kardinal Arinze, so Erzbischof Flynn, habe diese Frage als ein „sehr komplexes Thema“ bezeichnet. Es bedürfe einer klaren Lehre und einer pastoralen Sensibilität. Der Erzbischof erklärte, daß Kardinal Arinze ihn in keinem Augenblick gebeten habe, seine Vorgangsweise zu ändern.

Daß dem möglicherweise nicht so war, erklärt Kardinal Arinze in einem Brief vom 15. Januar. Darin stellt der Kurienkardinal fest, daß „die Träger der Regenbogenschärpe ihren klaren Widerstand gegen einen wichtigen Punkt der kirchlichen Ehelehre manifestieren und sich deshalb vom Empfang der heiligen Kommunion ausschließen.“

Auf die Stellungnahme des Kardinals reagierte Erzbischof Flynn mit einer am 26. Januar publizierten „Klarstellung“. Darin bedauert der Erzbischof, daß die Erklärung, die er im Dezember abgegeben hat, nicht klar genug gewesen sei.

Kardinal Arinze und er hätten über die schwierige pastorale Situation der Träger der Regenbogenschärpen diskutiert. Es sei richtig, daß der Kardinal keine sofortige Änderung der Vorgangsweise in seiner Erzdiözese gefordert habe. Der Kardinal habe aber darauf hingewiesen, daß die Situation weiterer Abklärungen bedürfe. Im Idealfall sollten sich alle Bischöfe, denen die pastorale Sorge für die Mitglieder dieser Bewegung anvertraut ist, darum bemühen, sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen.

Erzbischof Flynn bedauert in seinem Brief, daß seine ursprüngliche Stellungnahme von einigen dazu benützt worden sei, um Streit zu schüren.

Amerikanische Gläubige bezeichneten die Stellungnahme des Erzbischofs als eine „verdunkelnde Erklärung“. Der Streit werde nicht von denen verursacht, die den Erzbischof auf seine vernebelnden Stellungnahmen hinwiesen, sondern von ihm selbst, weil er durch seine Förderung militanter Homosexueller während der Heiligen Messe Unfrieden erzeuge.
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